Ein neues Instrument der privaten Altersvorsorge könnte schon bald an den Start gehen – und es trifft offenbar einen Nerv. Zwei Drittel der Menschen in Deutschland, die noch keine Rente beziehen, können sich grundsätzlich vorstellen, das geplante staatlich geförderte Altersvorsorgedepot zu nutzen. Das zeigt eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.
Die Bundesregierung will das Depot ab 2027 als zusätzliche Säule der privaten Vorsorge etablieren. Der Grundgedanke: Wer sein Geld in Aktien, ETFs oder andere Anlageprodukte investiert, soll dafür staatliche Unterstützung erhalten. Angesichts der anhaltenden Debatte über eine tragfähige Rente rückt damit die eigenverantwortliche Vorsorge stärker in den Mittelpunkt.

Bekannt ist das Vorhaben bislang allerdings längst nicht allen. Nur 39 Prozent der Befragten ab 16 Jahren haben überhaupt schon davon gehört. Unter denjenigen, die noch nicht in Rente oder Pension sind, liegt der Wert mit 41 Prozent kaum höher. Die grundsätzliche Offenheit ist damit deutlich größer als der Bekanntheitsgrad: 26 Prozent würden das Depot auf jeden Fall nutzen, weitere 40 Prozent immerhin eher.
Eine klare Erwartung zieht sich durch alle Antworten – die Menschen wollen ihre Vorsorge digital steuern. Für 75 Prozent wäre es wichtig, online auf das Altersvorsorgedepot zugreifen und es unkompliziert verwalten zu können. Bemerkenswert ist, wie wenig sich dieser Wunsch zwischen den Generationen unterscheidet. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 79 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 77 Prozent, und selbst in der Gruppe ab 50 Jahren ohne bisherige Altersbezüge legen noch 72 Prozent Wert darauf.
„Das Altersvorsorgedepot stößt schon vor seiner Einführung auf großes Interesse. Damit es in der Breite angenommen wird, muss es einfach, transparent und konsequent digital ausgestaltet sein“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Die Menschen erwarteten, ihre Vorsorge jederzeit im Blick zu behalten und ohne Umwege verwalten zu können.
Rohleder verweist zugleich auf einen volkswirtschaftlichen Nebeneffekt. Über langfristig ausgerichtete Fonds wie ELTIFs könne das Depot dazu beitragen, mehr privates Kapital für Innovation und Wachstum zu mobilisieren – gerade auch mit Blick auf Startups. Grundlage der Zahlen ist eine telefonische Befragung von Bitkom Research, an der 1.004 Personen ab 16 Jahren teilnahmen, darunter 675 ohne bisherige Altersbezüge. Sie fand im Frühjahr 2026 statt und gilt als repräsentativ.



















