Alle neun Sekunden klingelt im Schnitt ein Pannennotruf beim ADAC – und die Frequenz nimmt weiter zu. Im vergangenen Jahr rückten die Gelben Engel zu insgesamt 3.691.813 Einsätzen aus, ein Plus von rund 60.000 gegenüber 2024. Damit verzeichnet Europas größter Mobilitätsclub erneut einen Anstieg bei den Pannenzahlen, der sich quer durch alle Antriebsarten zieht und auch vor Fahrrädern nicht haltmacht.
Die mit Abstand häufigste Ursache für einen Stillstand am Straßenrand bleibt die Starterbatterie. In 45,4 Prozent aller Fälle war sie der Grund dafür, dass ein Fahrzeug nicht mehr ansprang. Auf Platz zwei folgen Defekte im Motormanagement oder Hochvoltsystem – also Probleme mit Einspritzung, Zündung oder Sensorik – mit einem Anteil von 21,8 Prozent. An diesem Muster hat sich im Vergleich zu den Vorjahren kaum etwas geändert, die schwächelnde Batterie dominiert die Pannenstatistik seit Jahren.
Besonders auffällig ist der Blick auf die Elektromobilität. Reine E-Autos sorgten 2025 für 50.445 Einsätze, ein Zuwachs von rund 15 Prozent gegenüber den 43.678 Fällen im Vorjahr. Auch bei ihnen war in etwa der Hälfte aller Pannen die Starterbatterie schuld – nicht zu verwechseln mit der großen Antriebsbatterie, sondern die klassische Zwölf-Volt-Batterie, die Bordelektronik und Steuergeräte versorgt. Plug-in-Hybride blieben ebenfalls häufiger liegen: 59.985 Einsätze bedeuten ein Plus von rund 13 Prozent. Der ADAC führt den Anstieg auf die wachsende Zahl und das zunehmende Alter elektrifizierter Fahrzeuge auf den Straßen zurück.
Abseits des motorisierten Verkehrs wächst ein weiteres Einsatzfeld spürbar. Die Fahrrad-Pannenhilfe, die Mitte 2022 gestartet war, verzeichnete 2025 insgesamt 19.455 Einsätze – ein Anstieg von rund 15 Prozent. In fast drei Vierteln der Fälle war ein defekter Reifen der Auslöser. Seit dem Start des Angebots konnten die Gelben Engel nach eigenen Angaben rund 58.000 Fahrräder direkt vor Ort wieder fahrbereit machen.
Der Rekordtag des Jahres fiel auf den 29. Dezember: 18.588 Einsätze binnen 24 Stunden, im Schnitt alle fünf Sekunden ein Notruf. Der stärkste Monat war der Januar mit 356.847 Hilfeleistungen – wenig überraschend, denn Kälte setzt alternden Batterien besonders zu. Gleichzeitig verändert sich die Art, wie Hilfe angefordert wird. Die Zahl der digital über App oder Web-App gemeldeten Pannen stieg um 16 Prozent auf 695.520. Immer mehr Mitglieder greifen also zum Smartphone statt zum Telefonhörer.
Um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden, hat der ADAC im vergangenen Jahr über 181 neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt, davon 146 als Straßenwachtfahrerinnen und -fahrer. Bundesweit kümmern sich rund 1.700 Gelbe Engel sowie 550 Partnerunternehmen mit etwa 5.000 Fahrzeugen um die Pannen der mittlerweile 22,7 Millionen Mitglieder. Die Pannenhilfe ist rund um die Uhr erreichbar – telefonisch unter 089 20204000 oder digital über die ADAC-App und die Webseite.










