Ein QR-Code, der Bergbahn, Bus und Eintrittskarte in sich vereint. Ein Campingplatz, der mit künstlicher Intelligenz arbeitet. Eine YouTube-Serie, die ein ganzes Bundesland neu inszeniert. Fünf Projekte aus unterschiedlichen Ecken Deutschlands stehen im Finale des Deutschen Tourismuspreises 2026 – und zeigen, wie vielseitig die Branche derzeit nach neuen Wegen sucht.

Doch nicht nur die Fachjury entscheidet über die Auszeichnungen. Auch das Publikum darf mitreden. Seit sofort läuft die Online-Abstimmung für den ADAC-Publikumspreis, bei der jeder seinen Favoriten unter den fünf Nominierten wählen kann. Wer mitentscheiden möchte, hat dafür bis zum 4. November 2026 um 18 Uhr Zeit. Die Stimmabgabe erfolgt über die Website des Wettbewerbs.

Anzeige

Die Bandbreite der Finalisten könnte dabei kaum größer sein. Im Allgäu und im Kleinwalsertal setzt der Allgäu-Walser-Pass auf eine digitale Komplettlösung: Ein einziger QR-Code bündelt Gästekarte, Nahverkehrstickets, Bergbahnen und weitere Angebote. In 40 Gemeinden profitieren Gäste wie Einheimische von dem System, das die Allgäu-Walser-Service GmbH gemeinde- und sogar länderübergreifend entwickelt hat.

Stuttgart wiederum hat einem leerstehenden Modehaus in der Innenstadt neues Leben eingehaucht. Unter dem Namen „Haus des Tourismus“ ist dort ein Treffpunkt für Reisende, Einheimische und Branchenakteure entstanden, der touristische Beratung mit Gastronomie und Veranstaltungen verbindet. Die Stuttgart-Marketing GmbH will damit zugleich die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Region und Land stärken.

Anzeige

Einen anderen Schwerpunkt verfolgt die Landeshauptstadt Kiel. Mit einem inklusiven Konzept öffnet die Stadt die Kieler Woche gezielt für Menschen mit Behinderung. Gebärdensprache bei Konzerten, Fahrradrikschas und inklusive Segelangebote ergänzen das barrierearm gestaltete Festgelände – getragen von Vereinen, Ehrenamtlichen und Sponsoren.

Dass Digitalisierung auch im ländlichen Raum funktioniert, beweist das Naturcamp Lenkgrund am Rennsteig. Auf einem ehemaligen Freibadgelände verbindet die Naturcamp Weidner GmbH naturnahes Camping mit automatisierten Buchungsprozessen und KI-gestützten Anwendungen. Der Gewinn für das kleine Team: mehr Zeit für die persönliche Betreuung der Gäste. Ebenfalls im Finale steht die Thüringer Tourismus GmbH mit ihrer YouTube-Serie „The Creators“, in der sechs Content-Creators fünf Tage lang täglich neue Foto- und Video-Challenges meistern und so das Reiseland Thüringen vor allem einem jüngeren Social-Media-Publikum nahebringen.

Wer am Ende die begehrten Trophäen mit nach Hause nimmt, entscheidet sich am 19. November 2026 beim Deutschen Tourismustag in Leipzig. Dort werden die drei von der Fachjury gekürten Preisträger gemeinsam mit dem Gewinner des ADAC-Publikumspreises ausgezeichnet. Der Deutsche Tourismusverband verleiht den Preis in diesem Jahr bereits zum 22. Mal. Von den insgesamt 57 Bewerbungen wählte eine Expertenjury zunächst zehn Projekte aus, deren Vertreter ihre Konzepte persönlich vorstellten – fünf von ihnen stehen nun im Finale.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein