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Ein Umsatzplus, aber kein Grund zum Ausruhen: Die Bosch-Gruppe hat im ersten Halbjahr 2026 solide zugelegt und hält trotz erheblicher Unsicherheiten an ihren Zielen für das Gesamtjahr fest. Der Umsatz kletterte um 3,6 Prozent auf 46,4 Milliarden Euro, nach 44,8 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Rund zwei Milliarden Euro davon stammen aus dem neu übernommenen Heizungs-, Lüftungs- und Klimatisierungsgeschäft von Johnson Controls und Hitachi.

„Nach einem soliden Umsatzwachstum im ersten Halbjahr sehen wir uns auf der Zielgeraden für 2026, brauchen aber noch einen starken Endspurt“, sagte Markus Forschner, Finanzchef und stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH, bei der erstmaligen Vorlage von Halbjahreszahlen. Man verfolge die eingeleiteten Strukturanpassungen und die Kostenarbeit konsequent weiter, um weiterhin in Zukunftstechnologien investieren zu können.

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Das operative Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern lag mit 2,2 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert von 2,3 Milliarden Euro. Die operative EBIT-Rendite gab von 5,1 auf 4,6 Prozent nach. Belastend wirkten vor allem Sondereffekte im Mobility-Geschäft, darunter Wertminderungen auf Produktionsanlagen in Höhe von 270 Millionen Euro. Der Grund: Der weltweite Hochlauf der Elektromobilität verzögert sich stärker als bislang angenommen.

Die einzelnen Unternehmensbereiche entwickelten sich uneinheitlich, trugen aber allesamt positiv zum Ergebnis bei. Mobility als größter Bereich blieb mit 27,8 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahr, während Industrial Technology dank besserer Auftragslage um 6,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zulegte. Consumer Goods spürte den härter werdenden Wettbewerb mit chinesischen Anbietern und sank auf 9,6 Milliarden Euro. Den größten Sprung machte Energy and Building Technology mit einem Plus von 45,9 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro, maßgeblich getragen vom Zukauf im Bereich Home Comfort.

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Geopolitische Spannungen prägten das Marktumfeld deutlich. Der Krieg im Nahen Osten und der anhaltende Krieg in der Ukraine dämpften das globale Wachstum, hinzu kamen belastende Wechselkurseffekte in allen Regionen. In Europa wuchs der Umsatz um 1,4 Prozent auf 22,4 Milliarden Euro, in Amerika um 5,7 Prozent auf 9,4 Milliarden Euro und in der Region Asien-Pazifik um 5,9 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro. Der Zukauf bei Bosch Home Comfort spielte für die Dynamik in Amerika und Asien eine tragende Rolle.

Deutlich wird der Konsolidierungskurs auch bei den Beschäftigten. Zur Jahresmitte zählte Bosch weltweit 406.225 Mitarbeitende und damit 6.549 weniger als zum Stichtag Ende 2025. Der Rückgang zog sich durch alle Bereiche, traf Mobility jedoch überproportional. In Deutschland arbeiteten zur Jahresmitte 118.932 Menschen bei Bosch, gut 4.000 weniger als zum Jahreswechsel.

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Finanziell bleibt der Konzern robust aufgestellt. Die Eigenkapitalquote lag mit 41,3 Prozent weiterhin auf hohem Niveau, die Forschungs- und Entwicklungsquote erreichte acht Prozent. Der Free-Cash-Flow verbesserte sich auf minus 969 Millionen Euro, nach minus 2,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Bosch verweist hier auf ein bei vielen Unternehmen typisches unterjähriges Muster und rechnet zum Jahresende mit einem positiven Wert von mindestens einem Prozent vom Umsatz. Für 2026 hält der Konzern unverändert an einem Umsatzwachstum zwischen zwei und fünf Prozent sowie einer operativen EBIT-Rendite von vier bis sechs Prozent fest.

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