Die Preisträgerinnen und Preisträger des Deutsch-Französischen Journalisten- und Medienpreises 2026 (DFJP) Foto: PFAJ2026/agencelemenu
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Zwei Notenbanker, ein Journalist mit Millionenreichweite und ein klares Bekenntnis zum unabhängigen Journalismus: In Paris ist am Mittwoch der Deutsch-Französische Journalisten- und Medienpreis 2026 verliehen worden. Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die zugleich als Bevollmächtigte für die deutsch-französischen kulturellen Beziehungen fungiert, würdigte die Ausgezeichneten bei der Zeremonie am 16. September.

Den Großen Deutsch-Französischen Medienpreis teilen sich in diesem Jahr Bundesbankpräsident Joachim Nagel und François Villeroy de Galhau, der ehemalige Gouverneur der Banque de France. Es ist das erste Mal, dass zwei Notenbanker gemeinsam mit dieser Auszeichnung geehrt werden. Anerkannt wird damit ihre enge Kooperation für die europäische Integration und die Stabilität der gemeinsamen Währung.

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Rehlinger sieht in dem Duo ein Sinnbild für die Kraft der deutsch-französischen Achse. „Joachim Nagel und François Villeroy de Galhau stehen beispielhaft dafür, was die deutsch-französische Partnerschaft für Europa leisten kann“, sagte sie. Beide hätten über nationale Grenzen hinweg vertrauensvoll zusammengearbeitet und gerade in wirtschaftlich schwierigen Phasen gemeinsam Verantwortung für die Währung und die Stabilität Europas übernommen. Europäische Verständigung entstehe genau dort, wo aus unterschiedlichen nationalen Perspektiven gemeinsames Handeln werde.

Einen zweiten Akzent setzt der Prix Spécial: Er geht an den französischen Journalisten Hugo Travers, dessen digitales Nachrichtenformat „HugoDécrypte“ vor allem ein junges Publikum erreicht. Die Auszeichnung eines solchen Formats verweist darauf, wie sehr sich die Wege verschoben haben, auf denen Informationen heute ihr Publikum finden.

Für Rehlinger ist der Preis mehr als eine Ehrung einzelner Personen. „Der Deutsch-Französische Journalisten- und Medienpreis steht seit mehr als vier Jahrzehnten für Qualitätsjournalismus, gegenseitiges Verständnis und den Blick über Grenzen hinweg“, betonte sie. Gerade in Zeiten von Desinformation und wachsender Polarisierung brauche es unabhängigen Journalismus, der Fakten vermittle, Zusammenhänge erkläre und verschiedene Perspektiven sichtbar mache.

Auch David Lindemann, Bevollmächtigter des Saarlandes für Europaangelegenheiten, hob die europäische Dimension hervor. Europa lebe davon, dass man einander verstehe und über Grenzen hinweg im Gespräch bleibe, sagte er. Freie und unabhängige Medien schüfen dafür eine unverzichtbare Grundlage. Der Preis zeichne Menschen aus, die europäische Debatten verständlich machten und damit den Zusammenhalt in Europa stärkten.

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Die Auszeichnung hat eine lange Tradition. Ins Leben gerufen wurde sie 1983 anlässlich des 20. Jubiläums des Élysée-Vertrages; heute zählt sie zu den bedeutenden Medienpreisen Europas. Prämiert werden journalistische Arbeiten, die sich deutsch-französischen und europäischen Themen widmen und dem gegenseitigen Verständnis dienen.

Der Große Medienpreis wiederum ehrt Persönlichkeiten oder Organisationen, die sich in besonderer Weise um die deutsch-französische und europäische Verständigung verdient gemacht haben. Die Liste früherer Preisträger liest sich wie eine Chronik europäischer Geschichte: Zu ihr gehören unter anderem Simone Veil, Valéry Giscard d’Estaing, Helmut Schmidt und Jürgen Habermas, aber auch Beate und Serge Klarsfeld, die Schriftstellerin Leïla Slimani, die Künstler Anselm Kiefer und Wim Wenders sowie die Astronauten Matthias Maurer und Thomas Pesquet.

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