Rund 2.500 Kilometer Straße, tausende Messpunkte und ein klares Ziel: Das Saarland will genau wissen, wo der Mobilfunk im Alltag tatsächlich versagt. Digitalminister Jürgen Barke hat eine umfassende Messoffensive gestartet, die das Netz im gesamten Bundesland auf den Prüfstand stellt. Erfasst werden nicht nur Hauptverkehrsadern, sondern auch bekannte Schwachstellen und abgelegene Ortsteile.
„Mobilfunk muss nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern insbesondere im Alltag“, betont der Wirtschafts- und Digitalminister. Wer unterwegs telefoniere, arbeite oder Daten übertrage, müsse sich auf eine stabile Verbindung verlassen können. Die Messungen sollen aufzeigen, wo Versorgungslücken bleiben. „Wir wollen nicht einfach nur Funklöcher zählen, sondern konkrete Ansatzpunkte für Verbesserungen schaffen“, so Barke.
Auf dem Papier steht das Saarland gut da. Seit der landeseigenen Gigabitstrategie aus dem Jahr 2022 liegt das Land bei der Mobilfunkversorgung über dem Bundesdurchschnitt. Nach den aktuellen Zahlen des Bundes sind die saarländischen Haushalte nahezu flächendeckend mit LTE und 5G erreichbar. Die Realität sieht für viele Menschen jedoch anders aus.
Denn Funklöcher und schwache Verbindungen gehören weiterhin zum Alltag. Das zeigten zuletzt die Mobilfunkmesswochen des Bundes, bei denen Saarländerinnen und Saarländer eigene Messungen vornehmen und Schwachstellen dokumentieren konnten. Der Haken an den bundesweiten Versorgungsdaten: Sie basieren lediglich auf theoretischen Berechnungen und nicht auf tatsächlich gemessenen Werten.
Genau hier setzt die Landesregierung an. Um ein belastbares Bild der realen Netzqualität zu bekommen, übernimmt der Dienstleister aconium GmbH in den kommenden Wochen die professionelle Vermessung. Der Praxis-Check umfasst Autobahnen sowie Bundes- und Landesstraßen. Gezielt angefahren werden zudem jene Bereiche, die bei den Messwochen des Bundes auffällig geworden sind. Damit fließen auch die von Bürgerinnen und Bürgern selbst gemeldeten Problemstellen direkt in die Untersuchung ein.
Um möglichst keine weißen Flecken zu übersehen, werden außerdem Ortsteile vermessen, die keinen direkten Anschluss an das Bundes- und Landesstraßennetz haben. Die gesammelten Ergebnisse sollen anschließend die Grundlage für den weiteren Dialog mit den Netzbetreibern bilden und auch dem Bund zur Verfügung gestellt werden.
Mit der Aktion beansprucht das Saarland eine Vorreiterrolle. Nach Angaben des Landes wurde die Mobilfunkversorgung eines gesamten Bundeslandes noch nie in einer derart konzentrierten und flächendeckenden Aktion untersucht.


















