Kunst zwischen Marktplatz, Fußgängerzone und Christian-Weber-Platz, dazu Musik an mehreren Stationen und viele Gespräche direkt mit den Künstlern: Die ARTmosphäre hat die Homburger Innenstadt am vergangenen Samstag wieder in eine große Freiluftgalerie verwandelt. Mit 127 Teilnehmern war die Beteiligung hoch – und entsprechend viel gab es für die Besucher zu entdecken.
Die ARTmosphäre fand in diesem Jahr zum 13. Mal statt. Eröffnet wurde sie von Homburgs Kulturbeigeordnetem Raimund Konrad gemeinsam mit Kuratorin Dr. Françoise Mathis-Sandmaier. Konrad dankte insbesondere der Kuratorin und Sieglinde Volz vom Kulturamt für die Organisation und würdigte zugleich die Unterstützung des Stadtrates für das kulturelle Angebot der Stadt.
Mathis-Sandmaier brachte den Charakter der Veranstaltung in ihrer Begrüßung auf eine einfache Formel: Bei der ARTmosphäre gebe es „Kunst nicht hinter Glas, sondern Kunst im öffentlichen Raum“. Genau das war an diesem Tag überall zu sehen. Die Ausstellungsflächen zogen sich vom Marktplatz über die südliche und nördliche Eisenbahnstraße und die Talstraße bis zum Ilmenauer Platz und Christian-Weber-Platz.
Mit 127 Anmeldungen war die Bandbreite groß. Gezeigt wurden Malerei, Fotografie, Plastiken und Comic-Kunst ebenso wie Arbeiten aus Holz, Glas, Metall und Textil, Schmuck, Keramik oder kreative Upcycling-Projekte. Gerade diese Mischung machte den Reiz aus. Wer gezielt wegen Kunst in die Innenstadt kam, konnte sich über Stunden treiben lassen. Wer eigentlich nur auf dem Weg durch die Fußgängerzone war, blieb immer wieder spontan an einzelnen Ständen hängen.
Dabei waren sowohl neue als auch langjährige Teilnehmer vertreten. Marlena Di Franco präsentierte beispielsweise Bilder, die sie mit Kaffee malt. Bei Olena Chelnokova, die aus der Ukraine stammt, war das Original des diesjährigen Flyer-Titelbildes zu sehen. Dr. Christian Kegel wiederum gehört fast schon zum festen Inventar der ARTmosphäre: Er lebt inzwischen in der Schweiz und beteiligt sich bereits seit 2011 regelmäßig mit Arbeiten, die unter anderem Motive aus Homburg und aus den Alpen zeigen.
Kunst nicht nur zum Anschauen
Die ARTmosphäre lebt aber nicht nur vom Betrachten. An verschiedenen Ständen konnten Besucher selbst aktiv werden, sich unter fachkundiger Anleitung ausprobieren oder sich portraitieren lassen. Mathis-Sandmaier betonte deshalb zu Recht, dass die Veranstaltung „mehr als eine klassische Kunstausstellung“ sei. Es gehe um Begegnung, Kreativität und Originalität – und genau davon gab es am Samstag reichlich.
Viele Künstler nutzten die Gelegenheit, direkt mit Besuchern ins Gespräch zu kommen, Hintergründe zu ihren Arbeiten zu erklären oder Einblicke in ihre Techniken zu geben. Gerade diese Nähe unterscheidet die ARTmosphäre von einer klassischen Ausstellung in geschlossenen Räumen.
Auch musikalisch blieb die Veranstaltung nicht auf einen Punkt konzentriert. Das Duo „Passion Two“ spielte im Laufe des Tages an drei verschiedenen Standorten innerhalb der Ausstellungsfläche und sorgte damit immer wieder für neue Akzente. Dazu kam der Musiksommer auf dem Marktplatz. Dort spielte beim Jazzfrühschoppen die Münchner „Hotstuff Jazzband“ und ergänzte das Kunstprogramm um einen weiteren musikalischen Anziehungspunkt. So verteilte sich das Geschehen über große Teile der Innenstadt, ohne dass die einzelnen Bereiche voneinander abgekoppelt wirkten. Kunst und Musik gingen vielmehr ineinander über und sorgten dafür, dass die Fußgängerzone über weite Strecken gut belebt war.
Ein Format, das zur Innenstadt passt
Dass die ARTmosphäre inzwischen fest zum Homburger Kulturkalender gehört, liegt auch daran, dass sie sehr unmittelbar funktioniert. Es braucht keine Eintrittskarte, keinen festen Rundgang und keinen bestimmten Startpunkt. Besucher können dort einsteigen, wo sie gerade sind, und selbst entscheiden, wie lange sie bleiben. Genau deshalb funktioniert die Idee nach wie vor: Kunst wird nicht an einen abgeschlossenen Ort gebracht, sondern mitten hinein ins Stadtleben.
Am Samstag war das besonders gut zu sehen. Zwischen Marktplatz, Talstraße, Eisenbahnstraße und Christian-Weber-Platz begegneten sich Künstler, Stammgäste, zufällige Passanten und Menschen, die gezielt wegen der ARTmosphäre gekommen waren. Und so blieb am Ende weniger der einzelne Stand hängen als das Gesamtbild: eine volle Innenstadt, viele Gespräche und 127 ganz unterschiedliche Handschriften. Eine große Galerie – nur eben ohne Wände.
Alle Bilder: Friedel Simon


































































































































































































