Zitronenmelisse, Salbei, Rosmarin, Minze, Oregano: Wer den Bürgergarten in Blieskastel betrat, konnte den Sommer regelrecht riechen. Bei einem Kräuterworkshop der Koordinierungsstelle für Nachhaltige Jugendarbeit des Saarpfalz-Kreises und der Jungen Biosphäre verwandelten die Teilnehmenden frisch gepflückte Pflanzen in einen aromatischen Biosphären-Kräutersirup – ein Getränk, in dem sich die Vielfalt der heimischen Natur konzentriert.
Der Nachmittag begann mit einer Streifzug durch Blieskastel und den Bürgergarten. Unter fachkundiger Anleitung suchten die Teilnehmenden nach duftenden Wildkräutern und Heilpflanzen, sammelten ein, was Korb und Sinne füllte, und lernten zugleich, wofür sich die einzelnen Gewächse seit Generationen nutzen lassen. Besondere Aufmerksamkeit zog der Spitzwegerich auf sich, dessen Ruf als pflanzliches Erste-Hilfe-Mittel bei kleinen Verletzungen für reichlich Gesprächsstoff sorgte.
Zurück am Arbeitsplatz wurde aus dem Gesammelten ein Sirup angesetzt. Anschließend durften die Flaschen individuell gestaltet werden – aus der gemeinsamen Ernte wurden auf diese Weise sehr persönliche Mitbringsel, die den Nachmittag weit über den Workshop hinaus in Erinnerung halten.
„Unsere heimischen Kräuter sind ein wertvoller Schatz der Biosphäre Bliesgau“, betont Landrat und Verbandsvorsteher Frank John. Solche Angebote vermittelten auf anschauliche Weise Wissen über die Natur vor der eigenen Haustür und zeigten, wie eng Genuss, Gesundheit und regionale Identität miteinander verwoben seien. Es freue ihn besonders, mit welcher Begeisterung die Teilnehmenden bei der Sache gewesen seien.
Dass der Workshop nicht im stillen Kämmerlein endete, sondern gelebte Praxis wurde, zeigte sich nur wenige Tage später. Beim Vortrag „Klimawandel und Gesundheit“ im Kulturhaus Gersheim, Teil der Biosphären-Vortragsreihe der Stiftung Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz, kam der selbst hergestellte Sirup als erfrischendes Sommergetränk ins Glas. Die Gäste lobten den natürlichen Geschmack ebenso wie die regionale Herkunft.
Dank richtete der Landrat an Paula Jacob, die den Workshop fachlich und mit spürbarer Begeisterung leitete. Ermöglicht wurde das Angebot durch die Förderung der Stiftung Kultur und Umwelt der Kreissparkasse Saarpfalz – ein Beispiel dafür, wie regionale Partner Bildungsarbeit, Naturerlebnis und kulinarische Entdeckungen miteinander verbinden können.


















