In vielen Straßen von St. Ingbert prägen längst nicht mehr nur akkurat geschnittene Rasenflächen das Bild. Wilde Ecken, blühende Stauden und kleine Wasserstellen zeigen, wie sehr sich die Stadt in den vergangenen Jahren in Richtung naturnahes Gärtnern entwickelt hat. Genau diese Entwicklung steht 2026 im Mittelpunkt eines besonderen Jubiläums: Der städtische Gartenwettbewerb geht in sein 10. Jahr.
Unter dem Motto „Mehr Biodiversität für St. Ingbert“ ruft die Stadtverwaltung gemeinsam mit dem NABU St. Ingbert e. V. als Jurypartner und dem städtischen Nachhaltigkeitsbeauftragten Claus Günther zur Teilnahme am Gartenwettbewerb 2026 auf. Gesucht werden Menschen, die auf ihrem Grundstück zeigen, wie sich Artenvielfalt und eine ansprechende Gestaltung verbinden lassen. Der Wettbewerb versteht sich als Beitrag zur Biosphärenstadt und soll deutlich machen, welche Rolle private und gewerbliche Grünflächen für die Natur im Alltag spielen.
Die Bandbreite der möglichen Beiträge ist groß: Vom naturbelassen wirkenden Garten hinter dem Haus über einen insektenfreundlich bepflanzten Balkon bis hin zu ökologisch gestalteten Firmenarealen oder Kita- und Schulgärten ist alles gefragt. Entscheidend ist, dass die Flächen bewusst strukturiert und naturnah angelegt sind. Ein solcher Garten bedeutet nach Angaben der Stadt nicht Verwilderung, sondern eine Planung, die sich an natürlichen Vorbildern orientiert und Lebensräume für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten schafft.
Besonders im dicht bebauten Stadtgebiet kommt diesen Flächen eine wichtige Funktion zu. Gärten, Höfe und Balkone werden als „Trittsteinbiotope“ beschrieben, in denen Wildbienen, Singvögel und Schmetterlinge Nahrung und Unterschlupf finden. In der offenen Landschaft fehlen solche Rückzugsräume oft, weshalb die Stadt St. Ingbert das Engagement der Bevölkerung als wichtigen Baustein für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt hervorhebt.
Teilnehmen können alle Einwohnerinnen und Einwohner St. Ingberts, die auf ihrem Grundstück Verantwortung für die Natur übernehmen – egal ob Privatgarten, Vorgarten, Balkon, Terrasse, Kita- oder Schulgarten oder ein Firmengelände. Voraussetzung ist, dass die Fläche in der Gemarkung St. Ingbert liegt und konsequent auf Torf, Pestizide sowie chemische Dünger verzichtet wird. Wer diese Grundkriterien erfüllt, erfüllt bereits die wichtigsten Bedingungen für eine Bewerbung.
Für die überzeugendsten Beispiele naturnaher Gestaltung vergibt die Jury die St. Ingberter Gartenplakette „Naturnaher Garten“. Zusätzlich erhalten die Ausgezeichneten ein besonderes Präsent. Im Mittelpunkt steht nach Darstellung der Stadt jedoch der ökologische Nutzen: Jeder naturnah gestaltete Garten soll einen Beitrag zum Schutz von Flora und Fauna vor Ort leisten und andere zum Nachahmen anregen.
Die Bewerbungsfrist für den Jubiläumswettbewerb endet am 30. Juni 2026. Anmeldungen sind per E-Mail an biosphaere@st-ingbert.de zu richten. Benötigt werden Name, Adresse und Telefonnummer sowie eine kurze Beschreibung der jeweiligen Grünanlage. Wer sich genauer informieren möchte, findet detaillierte Bewertungskriterien und Beispiele für naturnahe Gestaltung auf der Internetseite www.st-ingbert.de/Gartenwettbewerb oder im Wettbewerbsflyer der Stadt.



















