Foto: Diener
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Heute, am 21. August, schaut der Homburger Mitbürger Ernst Diener auf 95 Lebensjahre zurück. Damit ist er ein Zeuge der bewegten deutschen Geschichte von fast einem ganzen Jahrhundert. Seine Erinnerungen hat er in seinen Memoiren schriftlich dokumentiert. Auch hat er Interviews und Vorträge zu seinen Lebenserfahrungen gehalten und ist deshalb als Zeitzeuge ein gefragter Gesprächspartner.

So wurde am 9. November 1938 der damals achtjährige Ernst z.B. Zeuge zerbrochener Schaufenster und weinender Menschen. Dieser Tag, der heute als Reichskristallnacht bezeichnet wird, verstörte das Kind zutiefst: Betroffen waren die freundlichen Betreiber des benachbarten Kolonialladens, die er zusammen mit der Mutter immer gerne aufsuchte. Die verstörenden Ereignisse wurden ihm nie erklärt und wurden schließlich durch andere Geschehnisse verdrängt und vergessen. In der Folgezeit war der Heranwachsende der nationalsozialistischen Ideologie mangels alternativer Informationen vollkommen ausgeliefert.

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Unter anderem hatte die Hitlerjugend ihren Beitrag dazu geleistet, die hinter den Geschehnissen verborgene Ideologie zu verschleiern. In seinen Memoiren beschreibt er, wie er durch die Hiltlerjugend als Kind und Jugendlicher von den Verlockungen eines angeblich großen Abenteuers verführt wurde, während in Wirklichkeit die Jugendlichen unter Hitler für die menschenverachtenden Ziele des Nationalsozialismus missbraucht wurden. Er lauschte wie wohl alle damals den Siegesnachrichten der deutschen Truppen in Ost und West, erlebte dann aber die Schrecken des Krieges in der Heimat, die Schrecken und Ängste der alliierten Bombenangriffe und schließlich den totalen Untergang des „Tausendjährigen Reichs“.

In seiner Jugend durchlebte er Jahre des Krieges, des Hungers und des Wiederaufbaus, aber auch die sehr mühsame ideologische Umorientierung in demokratische Werte und Verhaltensmuster. Den inzwischen 15-Jährigen erwarteten unglaublich große Schwierigkeiten bei der Suche nach einem geeigneten Lebensweg. Der Besuch eines Gymnasiums war schließlich die letzte Rettung. Dies war der erste Schritt hin zu seiner lebenslangen kritischen Auseinandersetzung mit den Ereignissen des Dritten Reichs.

Es folgte ein Studium an der Pädagogischen Hochschule in Saarbrücken in den Fächern Deutsch und Geschichte mit Abschluss des Staatsexamens für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen. Verschiedene berufliche Stationen u.a. am Institut für empirische Soziologie in Saarbrücken führten ihn schließlich als Lehrer zunächst an die Grund- und Hauptschule in Jägersburg und ab 1969 bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1993 an das Christian-von-Mannlich-Gymnasium (damals noch das „Staatliche Mädchen-Real-Gymnasium“). Die Zeit am Institut für Soziologie hatte ihn stark geprägt. Es wurde zu seinem großen Anliegen und gewissermaßen auch zu einer Lebensaufgabe, den Verführungsmechanismen autoritärer Ideologie mit demokratischen Mitteln zu entgegnen. Dieses Anliegen wurde zu einem Bildungsauftrag im Rahmen seiner Unterrichtstätigkeit. Als engagierter Bildungspolitiker trug er seine Ideen auch in politische Einrichtungen. Als langjähriges Mitglied des Kreistages im Landkreis Homburg und dem späteren Saarpfalzkreis war er am richtigen Ort.

Die Förderung von Menschen insbesondere auch aus benachteiligten Hintergründen war ihm ein Anliegen. So unterrichtete er auch im Ruhestand noch viele Jahre in der Homburger Volkshochschule das Fach Deutsch. Damit verhalf er vielen jungen Menschen auf dem zweiten Bildungsweg zu einem Abschluss und zu einem beruflichen Einstieg in das gesellschaftliche Leben.

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Auch eine Bürgergemeinschaft, die B 423/L110, gründete er in seinem Ruhestand. Eine Umgehungsstraße sollte die -lärm und staubgeplagten Menschen der Zweibrücker Straße entlasten. Sein Traum, dass dies noch zu seinen Lebenszeiten Wirklichkeit wird, hat sich bislang noch nicht erfüllt.

Mit seiner Frau Sieglinde feierte er im vergangenen Jahr die eiserne Hochzeit. Aus den 65 gemeinsamen Ehejahren gingen zwei Kinder hervor, die selbst wieder – mit unterschiedlichen Schwerpunkten u.a. in der Politik und im Bildungswesen – engagiert im Leben stehen. An den Ereignissen des politischen und gesellschaftlichen Geschehens nimmt er lebhaft weiterhin Anteil und erfreut sich im Kreise seiner Familie seines Rückblicks auf ein langes ereignisreiches und engagiertes Leben.

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1 Kommentar

  1. Herzlichen Glückwünsch zum 95zigsten
    Sie Herr Diener waren an der Schule Homburg- Jägersburg mein Lehrer
    Es kommt mir vor als währe es gestern gewesen .
    Noch viele Jahre mit Ihrer Ehefrau

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