Für die St. Marienkirche in Neunkirchen gibt es finanzielle Rückendeckung: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt in diesem Jahr 50.000 Euro bereit, um die anstehenden Arbeiten am nördlichen Seitenschiff des Gotteshauses zu unterstützen. Konkret geht es um Aufgaben für Dachdecker, Klempner und Zimmerer, die das historische Bauwerk vor dem Verfall bewahren sollen.
Möglich wird die Förderung durch zahlreiche private Spenden sowie durch die Erträge der Lotterie GlücksSpirale. Die katholische Pfarrkirche prägt seit Generationen das Herz der Stadt und steht am Marienplatz mitten im historischen Zentrum von Neunkirchen.
Die Geschichte des Baus reicht weit zurück. Bereits 1751 entstand an dieser Stelle eine erste, vergleichsweise kleine Kirche, angelegt als barocker Saal. In den 1850er Jahren erweiterte man diesen Bau nach Osten. Doch die Bevölkerung wuchs rasant, und schon bald reichte der Platz nicht mehr aus. So wurde 1885 die heutige neoromanische Basilika errichtet, deren architektonische Vorbilder in den spätromanischen Kirchen der Rhein-Maas-Region zu finden sind.
Wer das Bauwerk genauer betrachtet, erkennt die klassische Formensprache mittelalterlicher Sakralarchitektur. Die dreischiffige Basilika folgt dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes, um das sich alle weiteren Räume gruppieren. Ein leicht ausladendes Querschiff, das Chorjoch, die flankierenden Türme am Chor und die halbrunde, in der Höhe abgesetzte Apsis gehören ebenso dazu wie der wuchtige zweigeschossige Westturm. Dieser wird von Querräumen begleitet, die im Erdgeschoss den Eingangsbereich bilden.
Auch im Inneren bleibt die Kirche ihrem Vorbild treu. Die Raumaufteilung orientiert sich streng an den idealen Proportionen des sogenannten gebundenen Systems, wie es für eine spätromanische Basilika charakteristisch ist. Damit steht das Neunkirchener Gotteshaus für eine Bauidee, die sich bewusst an großen historischen Vorbildern misst.
Mit der aktuellen Zuwendung reiht sich die St. Marienkirche in eine lange Liste ein: Über 80 Denkmale konnte die DSD allein im Saarland bereits fördern, finanziert aus privaten Spenden, den Erträgen ihrer Treuhandstiftungen und den Mitteln der GlücksSpirale.
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz gilt als größte private Initiative für Denkmalpflege in Deutschland. Seit 1985 setzt sie sich unabhängig und fachlich fundiert für bedrohte Baudenkmale ein. Ihr Engagement reicht von der Notfallrettung gefährdeter Bauten über Bildungsprogramme für Schulen und Jugendliche bis zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“. Rund 600 Projekte unterstützt die Stiftung jährlich, getragen von mehr als 200.000 Förderern. Insgesamt flossen bislang über eine dreiviertel Milliarde Euro in mehr als 7.500 Denkmale im ganzen Land.



















