Symbolbild

Die Sanierungsstrategie von ZF trägt erste Früchte. Der Technologiekonzern aus Friedrichshafen meldet für die ersten drei Quartale des Jahres 2026 spürbare Fortschritte: Ergebnis, Mittelzufluss und Verschuldung haben sich verbessert – und das in einem Automarkt, der weiterhin unter Druck steht.

Nominell lag der Umsatz mit 28,9 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Organisch legte er um 1,4 Prozent zu, was angesichts der schwachen Nachfrage im Pkw-Segment bemerkenswert ist. Getragen wurde dieses Plus vor allem von neuen Aufträgen in Nordamerika, während die Geschäfte in Europa und im Raum Asien-Pazifik stagnierten. Als Hauptursache für die anhaltende Unsicherheit auf den globalen Fahrzeugmärkten nennt das Unternehmen vor allem die geopolitischen Spannungen.

Anzeige

Deutlich zugelegt hat dagegen die Profitabilität. Das bereinigte EBIT kletterte von 1,0 auf 1,4 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 368 Millionen Euro. Die bereinigte EBIT-Marge erreichte damit 4,9 Prozent nach 3,6 Prozent im Vorjahreszeitraum und bewegt sich am oberen Rand der eigenen Prognose für das Gesamtjahr, die einen Korridor zwischen 4,0 und 5,0 Prozent vorsieht.

Ein ähnliches Bild zeichnet der Blick auf den Cashflow. Der bereinigte Free Cashflow stieg um 411 Millionen Euro auf rund 1,1 Milliarden Euro, nachdem im Vergleichszeitraum 683 Millionen Euro zu Buche gestanden hatten. Verantwortlich dafür sind eine bessere operative Leistung und konsequent gesteuerte Investitionen. Belastend wirkten im dritten Quartal allerdings die Zahlungen für den laufenden Konzernumbau.

Anzeige

Auch beim Schuldenabbau zeigt sich die Richtung. Zum 30. September 2026 lag die Nettoverschuldung bei 10,1 Milliarden Euro und damit rund 130 Millionen Euro unter dem Wert vom Jahresende 2025. Der Verschuldungsgrad, im Konzernjargon Leverage genannt, verbesserte sich von 2,98x auf 2,61x. Zusätzlich platzierte ZF Mitte September trotz eines unruhigen Kapitalmarktumfelds erfolgreich eine Anleihe über 750 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 4,5 Jahren und einem Kupon von 5,750 Prozent. Damit lassen sich frühere Euro-Anleihen mit Fälligkeiten in den Jahren 2027 und 2028 vorzeitig ablösen – flankiert vom Vertrauen der Investoren, das sich auch in den jüngsten Heraufstufungen der Rating-Ausblicke durch Moody’s und S&P Global Ratings spiegelt.

Finanzvorstand Michael Frick sieht den Kurs bestätigt. „Wir sehen deutlich, dass unsere Maßnahmen wirken: Ergebnis und Free Cashflow haben sich verbessert, und auch der Leverage zeigt eine gute Entwicklung“, erklärt er. Mit der Anleiheplatzierung habe man anstehende Fälligkeiten frühzeitig refinanziert und die Finanzierung abgesichert. Den eingeschlagenen Weg aus Restrukturierung, Kostensenkung und Schuldenabbau wolle ZF „entschlossen“ fortsetzen, um den Konzern „in eine auch wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft zu führen“.

Die vollständigen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2026 will das Unternehmen bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag, 18. März 2027, vorlegen. ZF beschäftigte 2025 weltweit rund 153.000 Menschen und erwirtschaftete einen Umsatz von 38,8 Milliarden Euro an 162 Produktionsstandorten in 29 Ländern.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein