Der deutsche Wohnungsbau kommt langsam wieder in Bewegung – doch von einer echten Wende kann noch keine Rede sein. Nach den am Freitag veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes wurden im Juli 2026 rund 22.500 Wohnungen genehmigt. Gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres bedeutet das ein Plus von 1,9 Prozent. Für den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) ist das ein Signal, das Hoffnung macht – aber keinen Grund zur Entwarnung liefert.
„Der vorsichtige Aufwärtstrend bei den Baugenehmigungen verstetigt sich“, erklärte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. In den ersten sieben Monaten des Jahres summierten sich die Genehmigungen demnach auf insgesamt 148.800 Wohnungen. Die Richtung stimmt also – allerdings, so betont der Verband, startet diese Erholung von einem historisch niedrigen Ausgangspunkt.
Denn die Kluft zwischen Bedarf und Realität bleibt gewaltig. Rund 320.000 neue Wohnungen wären nach Einschätzung der Branche jährlich nötig, um die Nachfrage zu decken. Davon ist die tatsächliche Bautätigkeit weit entfernt. Für Pakleppa ist deshalb klar: Ohne politische Weichenstellungen wird aus dem zarten Aufschwung keine Trendwende.
Im Zentrum seiner Forderungen steht ein zügiges Update des Baugesetzbuchs. Behördenbeteiligungen sollten künftig parallel statt nacheinander laufen, feste Regelfristen für die Bauleitplanung müssten her, und bei behördlichem Schweigen solle eine Genehmigungsfiktion greifen. Solche Reformen könnten Planungs- und Genehmigungsverfahren nach Einschätzung des Verbandes spürbar beschleunigen. Dieser Schritt, mahnt Pakleppa, dürfe in den Ausschüssen „nicht zerredet werden“.
Ebenso dringend sei die Frage der Baukosten. Als geeigneten Hebel nennt der Verband den sogenannten Gebäudetyp E, der einfacheres und günstigeres Bauen ermöglichen soll. Doch auch hier hakt es an der Umsetzung. Der entsprechende Entwurf müsse endlich „raus aus der politischen Beratungsschleife“, so Pakleppa. Sein Appell an die Politik lässt an Deutlichkeit nichts vermissen: Mehr Tempo sei gefragt.
Für zusätzliche Nervosität sorgt derweil eine Debatte über den Bundeshaushalt. Im Raum stehen Kürzungen von 1,36 Milliarden Euro beim Neubau-Etat für 2027. Gerade in einer Phase, in der sich die Branche vorsichtig stabilisiert, hält der Verband solche Signale für kontraproduktiv. Häuslebauer, Investoren und Bauunternehmen bräuchten Verlässlichkeit und klare Perspektiven, um überhaupt investieren zu können. Andernfalls, so die Sorge, erhole sich der Wohnungsbau am Ende nur auf dem Papier.



















