Wer mit einer Wärmepumpe heizt, kann beim Stromtarif bares Geld sparen – muss sich dafür aber durch ein zunehmend unübersichtliches Angebot kämpfen. Die Stiftung Warentest hat über vier Monate hinweg die Preise für Wärmepumpentarife an mehreren Stichtagen beobachtet. Das Ergebnis macht Mut: Günstige Angebote lagen im Schnitt unter 22 Cent pro Kilowattstunde und damit deutlich unter den üblichen Haushaltsstromtarifen.
Rund zwei Millionen Haushalte in Deutschland setzen inzwischen auf diese Heiztechnik. Ob sich die Anschaffung am Ende rechnet, entscheidet sich vor allem an den laufenden Stromkosten. Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt, worum es geht: Spart ein Haushalt durch einen Tarifwechsel fünf Cent pro Kilowattstunde, summiert sich das bei einem Jahresverbrauch von 6.000 Kilowattstunden auf 300 Euro. Wie groß der Vorteil im Einzelfall ausfällt, hängt freilich von Verbrauch, Wohnort und aktuellem Preis ab.
Seit Anfang 2024 ist der Vergleich allerdings kniffliger geworden. „Die Tarifwahl hängt seitdem auch vom Datum der Inbetriebnahme sowie der Art der Verbrauchsmessung ab – und davon, ob der Netzbetreiber die Heizung steuern kann“, erklärt Alica Verwiebe, Expertin für Energietarife bei der Stiftung Warentest. Genau diese Faktoren entscheiden darüber, welcher Tarif überhaupt infrage kommt.
Einen handfesten finanziellen Hebel bilden die reduzierten Netzentgelte. Kann der Netzbetreiber die Stromzufuhr bei drohender Überlastung steuern, profitieren Haushalte von einem Nachlass – und das fällt ins Gewicht: Nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft machen die Netzentgelte derzeit etwa 25 Prozent des gesamten Strompreises aus. Bei älteren Anlagen, die vor Januar 2024 ans Netz gingen, wurde der Strom zeitweise komplett gekappt. Neuere Pumpen dürfen nur noch gedrosselt werden und erhalten dabei mindestens 4,2 Kilowatt – im Alltag kaum spürbar.
Wie hoch der Rabatt ausfällt, bestimmt neben dem Einbaudatum auch die Zählerausstattung. Die Prüfer konzentrierten sich auf Tarife mit separatem Wärmestromzähler. Dort lag der durchschnittliche Preis für Anlagen vor 2024 bei 21,83 Cent, für neuere bei 21,38 Cent je Kilowattstunde – jeweils inklusive anteiliger Grundgebühr. Herkömmliche Haushaltstarife aus Vergleichsportalen kosten dagegen oft etwas über 30 Cent.
Wer über eine Umrüstung nachdenkt, sollte die Kosten im Blick behalten. Ein zweiter Zähler bringt eine zusätzliche Grundgebühr mit sich, teils sind Umbauten an der Elektrik nötig. „Oft ist es empfehlenswert, dass Besitzerinnen und Besitzer älterer Wärmepumpen erst einmal bei den alten Regelungen bleiben, die noch bis Ende 2028 gültig sind“, rät Verwiebe. Denn die technischen Anpassungen für sogenannte Modul-2-Tarife verursachen Kosten, die sich nicht immer durch die Ersparnis ausgleichen lassen.
Grundlage für die vergünstigten Netzentgelte ist Paragraf 14a des Energiewirtschaftsgesetzes, dessen aktuelle Fassung für steuerbare Wärmepumpen ab Januar 2024 gilt. Haushalte können je nach Ausstattung zwischen mehreren Varianten wählen. Modul 1 bietet eine pauschale Reduzierung zwischen 110 und 190 Euro jährlich und kommt mit einem einzigen Zähler aus. Modul 2 senkt die Netzkosten um 60 Prozent, verlangt aber einen separaten Zähler. Wer Modul 1 mit zeitvariablen Netzentgelten nach Modul 3 kombinieren möchte, braucht ein intelligentes Messsystem, also einen Smart Meter.
Ausführliche Informationen zur Tarifwahl bietet die Novemberausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest Finanzen sowie das Angebot unter test.de/waermepumpentarife.





















