Ein gewöhnlicher Dienstagabend soll in Homburg zum Blick in eine oft übersehene Welt werden: In der großen Aula des CJD Schwarzenbach geht es am 24. Februar um 19 Uhr um Gärten, die mehr sind als gepflegte Rasenflächen und Ziersträucher. Unter dem Titel „Naturgarten gestalten – der Garten als Lebensraum“ steht die Frage im Mittelpunkt, wie private Grundstücke zu Rückzugsorten für Tiere und Pflanzen werden können.
Veranstaltet wird der Vortrag gemeinsam vom CJD Homburg/Saar gGmbH, dem NABU Zweibrücken und dem NABU Homburg. Ort des Abends ist die große Aula des CJD Schwarzenbach in der Einöder Str. 80 in Homburg. Eingeladen sind alle, die sich für Natur vor der eigenen Haustür interessieren – unabhängig davon, ob bereits ein Garten vorhanden ist oder erste Ideen für eine naturnahe Gestaltung entstehen sollen.
Referent des Abends ist Prof. Dr. Christoph Bernd. Er arbeitet als selbständiger Feldbiologe und leitet in Bexbach ein Büro für Freilandforschungen. Seine Schwerpunkte liegen in der faunistischen Feldforschung, im Biodiversitäts-Management, in Natur- und Artenschutz sowie in Lehre und Forschung. Mit diesem Hintergrund will er zeigen, welche Rolle selbst kleine Flächen im Siedlungsbereich für den Erhalt der Artenvielfalt spielen können.
In seiner Ankündigung macht Bernd deutlich, wie ernst die Lage vieler Arten ist: „Neben zahlreichen Pflanzenarten sind viele Tierarten durch die Ausräumung der Landschaft, intensive landwirtschaftliche Nutzung oder fortschreitende Sukzession bedroht. Wertvolle Teillebensräume verschwinden und mit ihnen ihre Bewohner. Die Biodiversitätskrise greift um sich. Sogar in unserer direkten Nachbarschaft sind etliche einst typische Arten mittlerweile verschwunden.“ Als eine wichtige Ursache nennt er „die lebensfeindliche, sterile Gartenarchitektur der letzten Jahrzehnte“.
Dem stellt der Biologe die Idee des Naturgartens gegenüber. In naturnah gestalteten Gartenanlagen, so Bernd, fänden viele Arten eine neue Heimat. „Hier können immer wieder unerwartete Entdeckungen gemacht werden. Oftmals sind es sogar seltene Arten, die hier Refugien gefunden haben. So stellt die Anlage eines naturnahen Gartens einen ökologisch bedeutenden Beitrag zum Naturschutz dar. Einen Beitrag, der oft auch ohne großen Aufwand für jeden Gartenbesitzer machbar ist und nicht nur die Lebensqualität der Tiere erhöht“, schreibt er.
Der Vortrag ist als praktische Hilfestellung gedacht. Anhand einer PowerPoint-Präsentation zeigt Bernd, wie eine ökologische Gartengestaltung konkret aussehen kann. Im Mittelpunkt stehen dabei Kleinbiotope wie Hecken, Steingärten, Trockenmauern und Teiche. Diese Strukturen bieten Lebensraum für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten, von denen einige in der freien Landschaft bereits selten geworden sind. Im Laufe des Abends werden typische und teils stark zurückgegangene Bewohner dieser Lebensräume vorgestellt und erläutert, welche Bedingungen sie benötigen.
Damit richtet sich die Veranstaltung sowohl an Menschen, die ihren bestehenden Garten umgestalten möchten, als auch an alle, die sich allgemein für Artenvielfalt im Siedlungsraum interessieren. Der Abend in der Aula des CJD Schwarzenbach verbindet wissenschaftlich fundierte Informationen mit konkreten Beispielen aus der Praxis und zeigt, wie sich Naturschutz im Alltag umsetzen lässt.



















