Foto: Staatskanzlei des Saarlandes

In Überherrn nimmt ein Bauprojekt Gestalt an, das den Schulalltag vieler Familien verändern wird. An der Grundschule St. Bonifatius entsteht ein eigenes Gebäude für die Freiwillige Ganztagsschule. Den offiziellen Auftakt gaben Ministerpräsidentin Anke Rehlinger und Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot mit dem symbolischen Spatenstich.

Für Rehlinger ist der Ausbau der Ganztagsangebote vor allem eine Frage des Handelns. „Mehr Ganztagsangebote brauchen auch mehr Platz“, erklärte die Ministerpräsidentin. Der Neubau in Überherrn stehe stellvertretend für einen Kurs, den das Land gemeinsam mit den Kommunen fahre: investieren, bauen und verlässliche Betreuung schaffen. Es gehe darum, Familien im Alltag zu entlasten und zugleich in die Zukunft der Kinder zu investieren.

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Was guter Ganztag konkret bedeutet, umriss Bildungsministerin Streichert-Clivot. Es brauche Zeit zum Lernen, Raum zum Spielen, gemeinsame Mahlzeiten und ein Gefühl von Gemeinschaft. „Genau die schaffen wir hier in Überherrn“, sagte sie. Mit dem Neubau entstünden moderne Räume für bis zu 260 Kinder – und damit exakt jene Infrastruktur, die der neue Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung voraussetzt. Ihr Ziel formulierte die Ministerin unmissverständlich: Jedes Kind solle profitieren, unabhängig vom Wohnort oder den Möglichkeiten seiner Familie.

Die Grundschule St. Bonifatius ist dreizügig und wird derzeit von 243 Schülerinnen und Schülern besucht. Die dazugehörige Ganztagsschule betreibt die Caritas Saar-Hochwald. Momentan werden dort 160 Kinder in neun Gruppen betreut – der Bedarf jedoch wächst, und die bestehenden Räume stoßen an ihre Grenzen.

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Der geplante Bau setzt hier an. Das dreigeschossige Gebäude ist für 13 Betreuungsgruppen ausgelegt und bietet damit Platz für bis zu 260 Kinder. Neben Gruppen- und Funktionsräumen entstehen ein Speisesaal und eine eigene Küche. Neu- und Bestandsbau werden auf allen Etagen miteinander verbunden, ein Aufzug sorgt künftig für eine barrierefreie Erschließung – nicht nur des Neubaus, sondern auch der angrenzenden Bereiche des alten Schulgebäudes. Das Investitionsvolumen beziffert das Land auf rund 9,73 Millionen Euro.

Hintergrund des Projekts ist eine bundesweite Weichenstellung: Mit dem Schuljahr 2026/2027 tritt der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Kinder im Grundschulalter in Kraft. Zunächst gilt er für die Erstklässler und wird anschließend Jahr für Jahr um eine weitere Klassenstufe erweitert. Um diesen Anspruch einlösen zu können, treibt das Saarland gemeinsam mit den Kommunen den Ausbau voran. Über das Investitionsprogramm Ganztagsausbau stehen dafür insgesamt rund 47 Millionen Euro bereit.

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