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Die Bundesnetzagentur hat ihre Tätigkeitsberichte 2020 / 2021 aus den Bereichen Telekommunikation und Post vorgestellt. „Die Corona-Pandemie zeigt, wie wichtig leistungsfähige TK- und Post-Infrastrukturen sind – egal, ob wir Streamingdienste nutzen, aus dem Homeoffice arbeiten oder online bestellen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur. „Wir achten darauf, dass diese Netze funktionieren und die Verbraucher sie sicher nutzen können.“

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Breitbandausbau

Die steigenden Investitionen haben dazu geführt, dass sich die Breitbandversorgung in Deutschland verbessert hat. Allein in den Jahren 2019 und 2020 erhöhten sich die Investitionen in Sachanlagen um knapp 19 % auf 10,8 Mrd. Euro. Das deutsche Telekommunikationsnetz bietet ein gutes Versorgungsniveau. Für über 62 Prozent der Haushalte waren Mitte des Jahres Gigabitgeschwindigkeiten verfügbar; sogar annähernd 90 Prozent hatten Zugang zu Anschlüssen mit 100 Mbit/s. Für etwa zwei Drittel der Haushalte stehen Kabel-Anschlüsse zur Verfügung, die durch technische Aufrüstung immer höhere Datenraten übertragen können.

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Mitte des Jahres waren 7,5 Mio. Endkunden mit FttH/B Anschlüssen versorgt bzw. unmittelbar mit solchen erreichbar. Kooperationen in Milliardenhöhe deuten auf eine weitere Beschleunigung hin. Beim Ausbau reiner Glasfasernetze bis in die Gebäude und Wohnungen besteht aber weiterhin Nachholbedarf. Nach den Erhebungen aus dem Mobilfunkmonitoring der Bundesnetzagentur liegt die Versorgung mit 4G Ende Oktober 2021 in der Fläche bei knapp 96 Prozent. Im Zuge der Aktualisierung wurde auch erstmalig die 5G-Netzabdeckung dargestellt. Demnach werden mit dem neusten Mobilfunkstandard bereits über 53 Prozent der Fläche versorgt.

Beschwerden zum Rufnummernmissbrauch

Bis Ende November2021 sind bei der Bundesnetzagentur 138.480 schriftliche Beschwerden und Anfragen zum Rufnummernmissbrauch eingegangen (Vorjahreszeitraum: 84.340). Besonders viele Beschwerden – über 30.000 – betrafen unverlangt zugesendete Werbefaxe mit denen insbesondere der Verkauf von Corona-Schnelltests oder Masken beworben wurde. Darauf hat die Bundesnetzagentur mit Abschaltungsanordnungen und Untersagungsverfügungen reagiert.

Im Bereich SMS-Spam sind über 45.000 Beschwerden eingegangen. Hauptsächlich handelte es sich um SMS von angeblichen Paketdiensten, in denen Empfänger auf einen Link tippen sollen. Die Folge können schädliche Apps, Massen-SMS und Abofallen sein. Die Bundesnetzagentur hat frühzeitig gewarnt und Handlungsempfehlungen veröffentlicht. Dem Großteil der Betroffenen ist so kein finanzieller Schaden entstanden.

Zu sogenannten Ping-Anrufen (rund 5.000 Beschwerden) und Drittanbieter bzw. Abo-Fallen im Mobilfunk (rund 350 Beschwerden) sind die Beschwerdezahlen stark zurückgegangen bzw. befinden sich weiter auf niedrigem Niveau. Die Maßnahmen der Bundesnetzagentur zum Schutz der Verbraucher greifen.

Briefbereich

Im Jahr 2020 wurden aufgrund des pandemiebedingten wirtschaftlichen Abschwungs mit 12,4 Mrd. Sendungen insgesamt 8,9 Prozent weniger Briefe befördert als im Vorjahr (2019: ca. 13,6 Mrd. Stück). Ausschlaggebend waren vor allem Rückgänge im Segment Werbesendungen.

Die Umsätze gingen im Jahr 2020 dagegen nur leicht zurück. Sie lagen bei 8,08 Mrd. Euro. Das entspricht einem leichten Minus von 0,8 Prozent gegenüber dem Jahr 2019 (2019: rund 8,14 Mrd. Euro). Grund für die nur geringen Umsatzrückgänge war im Wesentlichen die Portoerhöhung der Deutschen Post zum 1. Juli 2019. Die Wettbewerbsverhältnisse im Briefbereich blieben von den Rückgängen nahezu unberührt. Die Deutsche Post AG bleibt hier marktbeherrschend. Ihr Marktanteil betrug im Jahr 2020 auf den Umsatz bezogen gut 85 Prozent.

Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen wachsen

Der KEP-Bereich hat sich im Berichtszeitraum positiv entwickelt. Starke Impulse gingen dabei vom Paketmarkt aus. Die pandemiebedingten Einschränkungen haben insbesondere zu einem deutlich höheren Paketaufkommen geführt. Im Jahr 2020 stieg die Zahl der insgesamt beförderten Pakete (inländische und grenzüberschreitende Sendungen) um knapp 14 Prozent – das heißt von 3,1 Mrd. Stück im Jahr 2019 auf 3,5 Mrd. Stück im Jahr 2020. Auch die Umsätze im Paketbereich stiegen von 12,2 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf 14,7 Mrd. Euro in 2020.

Die Bundesnetzagentur rechnet auch für dieses und die kommenden Jahre mit Wachstum im Paketbereich. Allerdings ist davon auszugehen, dass die Wachstumsraten im Vergleich zu 2020 etwas geringer ausfallen werden. Für das Jahr 2021 prognostizieren die Paketdienstleister einen Umsatz von insgesamt 16,4 Mrd. Euro. Das entspräche einem Plus von knapp 12 Prozent. Für die weitere Entwicklung des Paketmarkts ist aus Sicht der Bundesnetzagentur der zukünftige Ausbau der Zustellungsaktivitäten von Amazon von großem Interesse. Das Zustellnetzwerk von Amazon hat eine signifikante Größe erreicht. Dies könnte die Marktstruktur in den nächsten Jahren nachhaltig verändern.

Schlichtungsstelle Post

Die Postgesetznovelle zur Schlichtung sowie der wachsende Onlinehandel sorgen für steigende Antragszahlen bei der Schlichtungsstelle Post. Bis Ende September dieses Jahres gingen bereits 2.817 Anträge ein, das sind 956 Anträge mehr als im gesamten Jahr 2020 (1.861 Anträge). Der Anteil der Verfahren, die mit einer gütlichen Einigung abgeschlossen werden konnten, stieg von 7,9 Prozent im Jahr 2020 auf 27,7 Prozent der Anträge im Jahr 2021.

Wie in den Vorjahren standen Verlust und Entwendung einer Postsendung mit 49,6 Prozent im Jahr 2021 und mit 52,7 Prozent im Jahr 2020 an oberster Stelle der Antragsgründe. Schlichtungsanträge rund um das Paket nahmen in beiden Jahren mit rund 80 Prozent den höchsten Anteil der Schlichtungsbegehren ein.

Die Tätigkeitsberichte sind auf den Webseite der Bundesnetzagentur unter www.bundesnetzagentur.de/berichte veröffentlicht.

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