Symbolbild
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Die Rechnung des Staates geht bei der Tabaksteuer nicht auf. Während die Politik für ihre Haushaltsplanung weiterhin auf wachsende Einnahmen setzt, zeichnet der jüngste Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums ein deutlich anderes Bild. Zwischen Januar und September 2026 schrumpften die Einnahmen aus der Tabaksteuer im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,2 Milliarden Euro auf nur noch 11,296 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 9,6 Prozent.

Bemerkenswert ist der Zeitpunkt dieser Entwicklung. Erst zum 1. Januar 2026 war die Steuer um 15 Cent je Zigarettenpackung angehoben worden. Trotzdem fließt weniger Geld in die Staatskasse. Der Einbruch rückt damit eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie wirken sich weitere Erhöhungen überhaupt noch auf die tatsächlichen Einnahmen aus?

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Diese Frage gewinnt an Brisanz, weil der nächste Aufschlag bereits feststeht. Zum 1. Januar 2027 soll die Tabaksteuer um weitere 80 Cent pro Packung klettern. Die Bundesregierung rechnet dadurch mit zusätzlichen Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro. Vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen wirkt diese Prognose jedoch zunehmend ambitioniert.

Auch die offiziellen Steuerschätzer bremsen die Erwartungen. Der Arbeitskreis Steuerschätzungen kalkuliert für 2026 nur noch mit 16,34 Milliarden Euro aus der Tabaksteuer und damit 550 Millionen Euro weniger als in seiner Mai-Prognose. Für die kommenden Jahre liegen seine Annahmen jährlich etwa 300 Millionen Euro unter denen des Ministeriums. Die staatlichen Erwartungen werden also bereits nach unten korrigiert, bevor die nächste Erhöhung überhaupt greift.

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Für den Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) ist das ein unmissverständliches Warnsignal. Selbst die gesenkten Schätzungen könnten sich als zu hoch erweisen. Ein Gutachten von DIW Econ kommt zu dem Schluss, dass die erhofften Mehreinnahmen bis 2030 erheblich geringer ausfallen dürften als politisch eingeplant. Statt rund zwölf Milliarden Euro hält das Gutachten im ungünstigsten Fall nur etwa eine Milliarde Euro für realistisch.

BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke bringt die Problematik auf den Punkt: „Steuermehreinnahmen lassen sich leicht in Gesetze und Haushaltsplanungen schreiben. Ob sie tatsächlich fließen, entscheidet sich aber am Markt.“ Höhere Steuersätze bedeuteten eben keineswegs automatisch höhere Einnahmen. Wer die Abgaben immer weiter anhebe und gleichzeitig mit steigenden Einnahmen rechne, riskiere nach seiner Einschätzung erhebliche Lücken im Haushalt.

Mücke mahnt deshalb eine nüchterne Überprüfung der Annahmen an. „Die aktuellen Zahlen sollten Anlass sein, die Einnahmeprognosen kritisch zu überprüfen.“ Wenn schon die Steuerschätzer deutlich unter den Erwartungen des Ministeriums blieben, müsse erst recht hinterfragt werden, ob die versprochenen Milliarden am Ende wirklich erreichbar seien. Wie groß die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit tatsächlich wird, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen.

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