Foto: Ann-Sophie Ruf

Busse und Bahnen im Saarland kosten das Land jährlich viel Geld – doch was springt eigentlich für die Wirtschaft dabei heraus? Auf genau diese Frage liefert eine neue Studie nun erstmals konkrete Antworten. Mobilitätsministerin Petra Berg stellte die Untersuchung am 22. September gemeinsam mit der beauftragten MCube Consulting GmbH auf der Landespressekonferenz vor. Das Ergebnis fällt deutlich aus: Der öffentliche Nahverkehr rechnet sich – und zwar dreifach.

Ziel der Analyse war es, den ökonomischen Wert des saarländischen ÖPNV systematisch zu vermessen und damit eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen über dessen Finanzierung zu schaffen. Berg wies darauf hin, dass die öffentliche Debatte bislang zu einseitig verlaufe. „Über den ÖPNV wird häufig mit Fokus auf seine Kosten diskutiert. Aber das greift zu kurz“, sagte die Ministerin. Der Nahverkehr bringe Menschen zur Arbeit und in die Ausbildung, verschaffe Unternehmen Zugang zu Fachkräften und lotse Kundschaft in die Innenstädte sowie Gäste zu touristischen Zielen.

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Die Zahlen untermauern diese Sichtweise. Neben der eigentlichen ÖPNV-Branche profitieren zahlreiche weitere Wirtschaftszweige vom Nahverkehr. In der Summe entsteht dadurch eine zusätzliche Wertschöpfung von durchschnittlich 682,6 Millionen Euro pro Jahr. Das ist mehr als das Sechsfache dessen, was die Branche selbst erwirtschaftet, nämlich 106,1 Millionen Euro jährlich. Anders formuliert: Jeder Euro, der in den ÖPNV fließt, bringt der saarländischen Volkswirtschaft einen dreimal höheren Nutzen zurück.

Besonders bemerkenswert ist das Verhältnis von Aufwand und Ertrag. Mit einem vergleichsweise überschaubaren Mitteleinsatz von 309 Millionen Euro pro Jahr mobilisiert der Nahverkehr eine Gesamtwertschöpfung von rund 870 Millionen Euro. Hinzu kommt ein ökologischer Effekt, der sich ebenfalls in Zahlen ausdrücken lässt: Durch die heutige Nutzung werden knapp 82 Millionen Euro an externen Kosten eingespart – etwa durch geringere Emissionen, weniger Lärm, sauberere Luft und einen niedrigeren Flächenverbrauch.

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Methodisch stützt sich die Studie auf mehrere Säulen. Aufbauend auf einer bundesweiten Wertschöpfungsanalyse, die MCube Consulting im Jahr 2025 vorlegte, entwickelten die Fachleute eine eigene Berechnungsmethodik speziell für das Saarland. Als Datenbasis dienten unter anderem eine gezielte Befragung saarländischer Verkehrsunternehmen, amtliche Statistiken, die Input-Output-Tabellen der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung sowie regionale Auswertungen der Studie „Mobilität in Deutschland“.

Für Berg bestätigen die Befunde den eingeschlagenen Kurs des Landes. „Wir haben einen Plan für unser Saarland. Seit dem Verkehrsentwicklungsplan arbeiten wir konsequent für mehr Mobilität bei weniger Individualverkehr, und unser Zielnetz Saarland steht“, erklärte sie. Wer in einen guten Nahverkehr investiere, investiere zugleich in Wirtschaftskraft, Teilhabe, Klimaschutz und Lebensqualität. Ihr Fazit fiel entsprechend eindeutig aus: Der ÖPNV im Saarland sei jeden Euro wert.

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