Foto: FC 08 Homburg

Dass es bis zur letzten Aktion dauerte, ehe sich der FC 08 Homburg beim SSV Ulm für seinen Aufwand belohnte, passt irgendwie zu dieser Saison. Die Grün-Weißen machten über weite Strecken ein ordentliches Auswärtsspiel, erspielten sich Möglichkeiten und drängten vor allem nach der Pause auf den Ausgleich. Nur das Tor wollte lange nicht fallen. Erst in der fünften Minute der Nachspielzeit sorgte Hilal El-Helwe per Elfmeter für das 1:1 – und diesmal war es der FCH, der ganz spät noch etwas Zählbares mitnahm.

Roland Seitz musste seine Mannschaft vor 4.286 Zuschauern im Ulmer Donaustadion kurzfristig umbauen. Michael Guthörl fehlte mit muskulären Problemen, ebenso Jan-Erik Eichhorn und der erkrankte Aaron Manu. Birkan Çelik rückte in die Startelf, Hilal El-Helwe stand erstmals wieder im Kader. Im Tor begann erneut Jonas Weyand. Homburg kam zunächst gut in die Partie. Bereits nach vier Minuten verfehlte Kristijan Taseski nach Zuspiel von Çelik das lange Eck nur knapp. Fast im Gegenzug schlug Ulm allerdings mit seiner ersten gefährlichen Aktion zu: Moritz Heinrich verwertete nach sieben Minuten eine Hereingabe von links zum 1:0.

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Der Rückstand brachte den FCH nicht aus dem Konzept, allerdings blieb Ulm über schnelle Umschaltmomente gefährlich. In der 18. Minute verhinderte Weyand gegen Steffen Meuer aus kurzer Distanz mit einer Glanzparade das mögliche 2:0. Kurz vor der Pause musste der Homburger Schlussmann erneut eingreifen und parierte gegen Alexandre Azevedo stark. Auf der anderen Seite wurde ein Abschluss von Nico Jörg nach Vorarbeit von Taseski noch entscheidend geblockt.

Seitz sah deshalb einen ersten Durchgang, der durchaus in beide Richtungen hätte kippen können. „Wir hätten den Ausgleich machen können, vielleicht sogar müssen. Wir hätten aber auch 2:0 in Rückstand kommen können“, sagte der FCH-Trainer anschließend. Das 1:0 zur Pause sei deshalb zunächst kein völlig falsches Zwischenresultat gewesen. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild. Julian Günther-Schmidt kam für den blassen Manuel Feil, Homburg übernahm zunehmend die Kontrolle. Dazu wurden die Bedingungen immer schwieriger: Dauerregen, Wind und ein zunehmend tiefer Platz machten einen geordneten Spielaufbau nicht einfacher. Trotzdem blieb der FCH ruhig und suchte weiter den Weg nach vorne.

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„In der zweiten Halbzeit war es fast ein Spiel auf ein Tor“, befand Seitz. Seine Mannschaft habe trotz der Verhältnisse „die Ruhe bewahrt“ und weiter Fußball gespielt. Gleichzeitig musste Homburg auf die Ulmer Umschaltversuche achten, die diesmal weitgehend konsequent verteidigt wurden. Die Möglichkeiten zum Ausgleich waren vorhanden. Birkan Çelik scheiterte mit einem wuchtigen Abschluss an SSV-Keeper Robin Mantel, Marc Ehrhart verpasste nach einer Ecke nur knapp. In der 85. Minute rollte ein Abschluss von Günther-Schmidt hauchdünn am Ulmer Tor vorbei. Das Eckenverhältnis von 13:2 für den FCH zeigte, wie stark sich das Spiel inzwischen in Richtung des Ulmer Strafraums verlagert hatte.

Dass Homburg bis dahin trotzdem ohne Treffer blieb, war einerseits der eigenen fehlenden Konsequenz geschuldet, andererseits aber auch einem starken Ulmer Torwart. In der Nachspielzeit warf Homburg schließlich alles nach vorne. Armend Qenaj sorgte mehrfach für Gefahr, dann wurde Phillipp Steinhart im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Elias Appel zeigte auf den Punkt, Moritz Heinrich sah zusätzlich Gelb-Rot. El-Helwe übernahm die Verantwortung und lupfte den Strafstoß frech zum 1:1 ins Tor.

Danach war Schluss – und diesmal durfte der FCH einen späten Treffer feiern, statt ihm hinterherzutrauern. „Wir haben in der Vergangenheit viele Sätze gesprochen, welche Punkte wir ab der 90. Minute liegen gelassen haben. Heute haben wir mal einen gewonnen“, sagte Seitz. Vor allem die Moral seiner Mannschaft habe ihn gefreut. Der Punkt war verdient. Homburg investierte nach der Pause deutlich mehr, gab trotz der widrigen Bedingungen nicht auf und suchte bis zum Ende den Ausgleich. Dass dafür am Ende ein Strafstoß nötig war, passt allerdings ebenfalls zum bisherigen Saisonverlauf: Der Aufwand ist häufig größer als der Ertrag.

Nach der Niederlage in Steinbach ist der FCH inzwischen vier Ligaspiele ungeschlagen. Drei dieser vier Partien endeten allerdings unentschieden. Mit nun 20 Punkten steht Homburg auf Rang sieben, sieben Zähler hinter Spitzenreiter Freiberg. Durch das noch ausstehende Nachholspiel des SC Freiburg II könnte es sogar noch einen Platz nach unten gehen.

Damit bleibt die bekannte Diskrepanz bestehen: Auf dem Platz zeigt die Richtung durchaus nach vorne. Mentalität, Wille und Einsatz stimmen, die Mannschaft lässt sich auch von Rückständen nicht aus der Bahn werfen. Zur Wahrheit gehört aber auch: Keeper Weyand hatte am gestrigen Sonntag seinen Anteil daran, dass die Partie überhaupt offen blieb. Gerade in der ersten Hälfte bewahrte er den FCH mit zwei starken Paraden vor einem höheren Rückstand. Fünf Unentschieden aus 13 Spielen stehen am Ende aber eher für eine biedere Platzierung. Tabellarisch läuft der FCH seinen eigenen Möglichkeiten und Leistungen weiter hinterher.

In Ulm durfte Homburg zumindest einmal erleben, wie es sich anfühlt, wenn die Nachspielzeit auf der eigenen Seite ist. Jetzt geht es darum, aus solchen Auftritten wieder häufiger drei Punkte zu machen. Die nächste Gelegenheit gibt es bereits am Freitagabend: Dann kommt Eintracht Trier um 19:00 Uhr zum Flutlichtspiel ins Waldstadion.

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