Für den achtjährigen Jakob aus Tholey sind es Fortschritte, die anderen Kindern längst selbstverständlich sind. Weil der Junge mit einem seltenen Gendefekt zur Welt kam, zählt für seine Familie jeder noch so kleine Schritt. Nun können die Eltern ein wichtiges Hilfsmittel täglich zu Hause einsetzen: Der Blieskasteler Schutzengelverein hat die Kosten von 9.700 Euro für ein spezielles Galileo-Therapiegerät vollständig übernommen.
Jakobs Alltag ist von großen Einschränkungen geprägt. Er ist blind, kann weder sprechen noch selbstständig essen, krabbeln, laufen oder sitzen. Hinzu kommen Epilepsie und eine gestörte Fett- und Stoffwechselverbrennung. Trotzdem arbeiten seine Eltern jeden Tag mit viel Herzblut daran, ihrem Sohn neue Möglichkeiten zu eröffnen. Verschiedene Therapien und Hilfsmittel sollen vorhandene Fähigkeiten erhalten und behutsam weiterentwickeln.
Während seiner letzten Reha kam Jakob erstmals mit dem Galileo-Vibrationstraining in Berührung. Schnell zeigte sich, dass er diese Form der Therapie gut verträgt und sie ihm spürbar guttut. Vor allem fördert sie den für ihn so wichtigen Muskelaufbau nachhaltig. Die positiven Erfahrungen machten der Familie Hoffnung, dass ein regelmäßiges, gezieltes Training die Entwicklung des Jungen entscheidend voranbringen kann.
Doch das Gerät allein genügt nicht. Weil Jakob nicht eigenständig sitzen kann und manche Übungen im Liegen stattfinden müssen, braucht er zusätzlich einen speziellen Kipptisch, auf dem der Galileo sicher und seinen körperlichen Möglichkeiten entsprechend genutzt werden kann. Ihre volle Wirkung entfaltet die Therapie nur, wenn sie möglichst täglich angewendet wird, am besten im eigenen Zuhause. Genau hier lag das Problem: Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme kategorisch ab, und die Familie konnte die Summe nicht aus eigener Kraft aufbringen.
Für den Schutzengelverein stand die Lösung schnell fest. „Als wir von dem Sachverhalt Kenntnis erlangten, bestand die einzig sinnvolle, schnelle Lösung zu helfen darin, das Trainingsgerät Galileo Delta C sofort bei der Firma Novotec Medical GmbH zu bestellen und direkt an Jakobs Wohnanschrift nach Tholey liefern zu lassen“, berichtet Vereinsvorsitzender Klaus Port. „Ohne wenn und aber“ habe der Vorstand binnen weniger Tage die komplette Kostenübernahme beschlossen.
Die Hilfe für Jakob reiht sich in eine beeindruckende Bilanz ein. Allein bis Ende September 2026 unterstützte der Verein nach Angaben von Port bereits 64 Familien mit Projekten im Gesamtumfang von 324.667 Euro. Seit seiner Gründung konnte der Blieskasteler Schutzengelverein über 850 Familien im gesamten Saarland und in Teilen von Rheinland-Pfalz helfen, mit einem Volumen von mehr als drei Millionen Euro. In den vergangenen drei Jahren kamen 233 Familien und über eine Million Euro hinzu.
Port richtet seinen Dank ausdrücklich an jene, die diese Arbeit erst möglich machen. Es sei dem Vorstand ein aufrichtiges Anliegen, sich bei allen „Menschen mit großen Herzen“ zu bedanken, die mit ihren uneigennützigen Spenden „ein wenig Licht in den oft schweren Alltag betroffener Familien bringen“.
Seit Ende September trainiert Jakob nun mehrmals täglich zu Hause an seinem Gerät, nach einem individuell auf ihn abgestimmten Programm. Gefördert werden dabei Muskelaufbau, Durchblutung und Gleichgewicht, während Wobbel- und Smart-Coaching-Funktion unterschiedliche Schwierigkeitsgrade ermöglichen. Die Schutzengel drücken dem Jungen und seiner Familie die Daumen, dass sich der körperliche Gesamtzustand spürbar verbessert, und sichern weitere Unterstützung zu, sollte sie gebraucht werden.

















