Wer im Saarland anderen Menschen im Alltag zur Seite stehen will, muss sich künftig durch deutlich weniger Papierkram kämpfen. Das Sozialministerium hat den Zugang zur sogenannten Nachbarschaftshilfe spürbar vereinfacht – sowohl für Pflegebedürftige, die Unterstützung suchen, als auch für jene, die sie leisten möchten. Anträge und Registrierungen laufen nun komplett online.
Wie groß der Bedarf an dieser Form des Miteinanders ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Derzeit kümmern sich im Saarland 1.390 Helfende um insgesamt 1.705 pflegebedürftige Menschen. „Das Saarland ist ein Land des Miteinanders und des Zusammenhaltens, das lässt sich auch an den aktuellen Zahlen zur Nachbarschaftshilfe ablesen“, erklärt Sozialminister Magnus Jung. Die Hilfe entlaste pflegende Angehörige und stärke zugleich den sozialen Zusammenhalt im Land.
Genau hier setzt die Reform an. Mit einem schlankeren Verfahren und weniger bürokratischen Hürden will das Ministerium den Zugang zu dieser Unterstützung erleichtern. Wer sich als Nachbarschaftshelferin oder -helfer registrieren lassen möchte, kann die nötigen Formulare mittlerweile vollständig digital hochladen. Erforderlich bleiben ein polizeiliches Führungszeugnis, eine Hygienebelehrung sowie ein ausreichender Versicherungsschutz.
Das erklärte Ziel: mehr Menschen für ein ehrenamtliches Engagement zu gewinnen und gleichzeitig Pflegebedürftigen zu ermöglichen, möglichst lange selbstständig in ihrer vertrauten Umgebung zu leben. Dieser Gedanke ist auch fester Bestandteil der Saar66-Landesstrategie. Konkret geht es dabei um praktische Alltagshilfe, finanziert über den monatlichen Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung, den Menschen mit anerkanntem Pflegegrad nutzen können.
Die Palette der Leistungen reicht vom Putzen der Wohnung über Einkäufe und Wäschepflege bis hin zur Zubereitung von Mahlzeiten oder kleinen Botengängen. Nicht dazu zählen hingegen handwerkliche Arbeiten oder die Instandhaltung von Gebäuden und Außenanlagen. Bei der Antragstellung und zu allen Voraussetzungen berät das Ministerium Interessierte nach eigenen Angaben umfassend.
Mit deutlichen Worten positioniert sich Jung gegen Pläne auf Bundesebene. Die Überlegung der Bundesregierung, den Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 zu streichen, hält er für problematisch. „Eine Beratung kann die wichtige, direkte Unterstützung im Alltag, die mit der Nachbarschaftshilfe möglich ist, nicht ersetzen“, betont der Minister. Alle Informationen sowie das Online-Antragsformular stellt das Ministerium auf seiner Internetseite bereit.




















