Streit über die Höhe der Gartenhecke, Ärger um den Rauch vom Grill oder zähe Debatten über den exakten Verlauf einer Grundstücksgrenze: In vielen Teilen Deutschlands gehört der Zwist mit den Nachbarn zum Alltag. Im Saarland sieht die Lage anders aus. Eine aktuelle Untersuchung aus der Versicherungsbranche weist das kleine Bundesland als jene Region aus, in der die Menschen am seltensten mit ihren Nachbarinnen und Nachbarn aneinandergeraten.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Nur 29 Prozent der befragten Saarländerinnen und Saarländer berichteten überhaupt von Reibereien im direkten Wohnumfeld. Das ist der niedrigste Wert aller 16 Bundesländer. Zum Vergleich lohnt ein Blick auf den bundesweiten Durchschnitt: Dort liegt der Anteil bei 54 Prozent und damit fast doppelt so hoch.

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Der Befund beschränkt sich dabei nicht auf Umfragen und persönliche Einschätzungen. Auch an den saarländischen Gerichten lässt sich der Hang zum friedlichen Miteinander ablesen. Die Zahl der Nachbarschaftsstreitigkeiten, die tatsächlich vor dem Richter landen, ist in den vergangenen fünf Jahren um 30 Prozent gesunken.

Für Justizstaatssekretär Dr. Jens Diener ist das ein Grund zur Freude. „Woanders wird gestritten – bei uns gebbt geschwenkt!“, sagt er und spielt damit augenzwinkernd auf die saarländische Grillkultur an. Für ihn liegt das Rezept auf der Hand: „Wir Saarländer wissen: Miteinander reden und füreinander einstehen – das löst Konflikte besser als ein Gang vor Gericht.“ Der Zusammenhalt in der Region sei groß, darauf könne man zu Recht stolz sein.

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Damit Konflikte am besten gar nicht erst eskalieren oder sich zumindest ohne juristisches Nachspiel aus der Welt schaffen lassen, setzt das Ministerium der Justiz auf Aufklärung. Unter dem Motto „Schlichten statt Richten“ stellt es Informationsbroschüren zum Nachbarrecht und zur außergerichtlichen Streitbeilegung bereit.

Diese Materialien stehen auf der Internetseite des Ministeriums kostenlos zum Download bereit. Wer lieber etwas in der Hand hält, kann die gedruckte Fassung ebenfalls über die Homepage bestellen. So bleibt die gute Nachbarschaft im Saarland nicht nur ein Statistikwert, sondern bekommt auch praktische Rückendeckung.

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