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Zum Schuljahr 2016/17 wurden an den Berufsschulen im Saarland die bisherigen Fächer Sozialkunde und Wirtschaftskunde zum neuen Fach Wirtschafts- und Sozialkunde zusammengeführt. Hierzu erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion, Klaus Kessler:

„Bislang standen für die beiden Fächer Wirtschaftskunde und Sozialkunde an Berufsschulen pro Jahr insgesamt 240 Unterrichtsstunden zur Verfügung. Mit der Zusammenlegung der Fächer ab diesem Schuljahr hat sich die Zahl auf 160 reduziert. Es ist zu befürchten, dass Personalengpässe handlungsleitend für diese Maßnahmen gewesen sind und bei der Neuausrichtung des Lehrplans eine Rolle gespielt haben.
Diese Kürzungen haben negative Auswirkungen auf viele Lerninhalte. So fällt im Bereich Sozialkunde besonders auf, dass die Themenbereiche Umwelt, Frieden und Sicherheit als eigenständige Lerngebiete weggefallen sind, ebenso das Lerngebiet soziale Beziehungen. Zwar sind sie in andere sogenannte Kompetenzbereiche teilweise integriert, allerdings mit deutlich verminderter Stundenzahl. Solche Kürzungen gehen auf Kosten der politischen Bildung junger Menschen. Gerade in der Berufsschule werden jedoch wichtige Grundlagen für die berufliche und persönliche Weiterentwicklung in einer demokratischen Gesellschaft geschaffen. Angesichts eines zunehmenden Werteverfalls in unserer Gesellschaft und wachsender Politikverdrossenheit insbesondere bei jungen Menschen ist es kontraproduktiv, die politische Bildung in der Schule zu vernachlässigen.
Auch die Kürzungen in der Wirtschaftskunde sind inakzeptabel, da dort wichtige Inhalte reduziert wurden, etwa was das Arbeits- und Tarifrecht sowie allgemeine wirtschaftliche Grundlagen anbelangt. Wir fordern daher von Bildungsminister Commerçon eine grundlegende Überarbeitung des Lehrplans, um beide Bestandteile des Fachs Wirtschafts- und Sozialkunde wieder deutlich aufzuwerten.“
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