Die Folgen des Klimawandels setzen der Land- und Forstwirtschaft immer stärker zu – und das Saarland fordert deshalb ein entschiedenes Umsteuern. Auf der Agrarministerkonferenz im bayerischen Würzburg machte sich das Land für eine Landwirtschaft stark, die den veränderten Wetterbedingungen standhält, und für neue Fördermittel, mit denen sich Wälder besser schützen lassen.
„Die durch Extremwetter verursachten Produktionsrisiken der landwirtschaftlichen Betriebe steigen. Das haben nicht zuletzt die vergangenen Hitzewellen gezeigt“, sagte Umweltministerin Petra Berg. Genau hier müsse man ansetzen, um die betroffenen Bereiche widerstandsfähiger zu machen. Landwirte trügen mit ihrer Arbeit Verantwortung für die Allgemeinheit und bräuchten deshalb eine langfristige Strategie, die Klimaschutz, die Anpassung an dessen Folgen und die Ernährungssicherung zusammendenke.
Wichtig sei dabei, dass Anpassungen nachhaltig gestaltet werden, ohne die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Höfe zu gefährden. Auf mehrere Kernpunkte konnten sich die Ministerinnen und Minister verständigen: Vorhandene Forschungsergebnisse sollen schneller in die Praxis übertragen, mögliche Ertragsverluste abgesichert werden. Zudem soll eine veränderte Produktionsweise die Böden gesünder machen und das immer knappere Wasser länger in der Landschaft halten – wovon auch die Artenvielfalt profitiert. Voraussetzung dafür seien praxistaugliche Förderprogramme, mit denen sich die Ziele der Gemeinsamen Agrarpolitik erreichen lassen.
Ähnlich angespannt ist die Lage in den Wäldern. Über den Sommer haben zahlreiche Brände die ohnehin klimabedingt geschwächten Bestände zusätzlich belastet. Das Problem: Die bisherige Förderung beim Waldschutz und bei der Brandprävention richtet sich vor allem an kommunale und private Waldbesitzer. Doch die Bewältigung solcher Katastrophen und ihrer Folgen sei so vielschichtig, dass ein umfassenderer Ansatz nötig werde.
„Die Länder erwarten, weitere Maßnahmen in den GAK-Rahmenplan aufzunehmen und beispielsweise durch einen vom Bund bereitgestellten ressortübergreifenden Sonderfonds zu finanzieren“, so Berg. Ziel sei es, Schadensereignisse effizient und umfassend zu bewältigen – etwa durch Wasserrückhalt, Schutz vor Erosion und den Ausbau der Infrastruktur.
Ein weiteres Anliegen liegt der Ministerin besonders am Herzen: die Stellung von Frauen in der Landwirtschaft. Sie seien für eine zukunftsfähige Branche unverzichtbar, übernähmen Führungsaufgaben und trügen viel Verantwortung in der Organisation der Betriebe. „Trotzdem fehlen oft grundsätzliche Absicherungen, Aufstiegschancen und Vergütungen. Das muss sich dringend ändern“, betonte Berg. Ein eigenes Einkommen, eine eigenständige Altersvorsorge oder ein wirksamer Mutterschutz seien für Frauen auf den Höfen längst nicht selbstverständlich. Diese Punkte müssten endlich verbindlich geregelt werden.




















