50 and 20 euro banknotes
Foto: Ibrahim Boran

Chöre, Blaskapellen, Karnevalssitzungen und Tanzgruppen prägen das kulturelle Leben im Saarland – und dahinter stehen tausende Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren. Damit dieses Fundament auch in Zukunft trägt, greift das Land nun mit einer Förderung von insgesamt 132.400 Euro unter die Arme. Sieben Amateurkulturverbände profitieren im Jahr 2026 von den Mitteln, die vor allem der Nachwuchsarbeit und der Weiterentwicklung der Verbandsstrukturen zugutekommen.

Für Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot ist die sogenannte Breitenkultur weit mehr als bloße Freizeitgestaltung. „Unsere Breitenkultur ist das Fundament des kulturellen Lebens im Saarland. Sie bringt Menschen zusammen, schafft Gemeinschaft und ermöglicht kulturelle Teilhabe – in Städten ebenso wie im ländlichen Raum“, betont sie. Mit der Unterstützung wolle das Land die Verbände zukunftsfähig aufstellen und gerade junge Menschen für ehrenamtliches Engagement gewinnen.

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Der Bedarf ist real. Vereinsarbeit ist längst kein reines Hobby mehr, sondern verlangt digitale Kompetenz, professionelles Ehrenamtsmanagement und verlässliche Strukturen. Genau hier setzt die Förderung an: Sie soll den Verbänden helfen, ihre Organisation weiterzuentwickeln, Projekte langfristig zu planen und ihre Angebote für Mitglieder wie für den Nachwuchs auszubauen.

Den größten Anteil erhalten drei Dachverbände mit jeweils 33.800 Euro. Beim Saarländischen Chorverband spricht Präsidentin Jutta Schmitt-Lang von einem „wichtigen Grundstein für eine zukunftssichere Weiterentwicklung“, der es ermögliche, kulturelle Jugendarbeit in die Fläche zu tragen. Ähnlich sieht es Max Raber vom Bund Saarländischer Musikvereine, der betont, die Mittel stärkten die Arbeit, um die Vereine künftig noch besser begleiten zu können.

Auch der Verband Saarländischer Karnevalsvereine zählt zu den Hauptempfängern. Präsident Stefan Regert wird konkret: Mit den Geldern lasse sich eine hauptamtliche Geschäftsstelle finanzieren, die über 180 Mitgliedsvereine unterstützt, dazu kämen Schulungen und die Förderung der VSK-Jugend.

Kleinere, aber gezielte Summen fließen an weitere Verbände. Der Verband Saarländischer Amateurtheater erhält 17.000 Euro und will damit laut Präsident Thomas Redelberger vor allem Projekte in der Jugendarbeit umsetzen. Jeweils 7.000 Euro gehen an den Bund für Zupf- und Volksmusik Saar, den Saarländischen Volkstanz- und Trachtenverband sowie den Saarländischen Akkordeonverband. Dessen Geschäftsführerin Claudia Emmrich hat bereits einen klaren Plan: Kinderinstrumente und Pixi-Büchlein für Kindergärten und Musikschulen, um das Akkordeon als „Instrument des Jahres 2026“ bekannt zu machen und Nachwuchs zu begeistern.

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Eingebettet ist die Förderung in die kulturpolitischen Leitlinien des Saarlandes, die gemeinsam mit Vereinen, Kommunen und Kulturschaffenden entstanden sind. Die Leitlinie „Breitenkultur“ hebt das ehrenamtliche Engagement als Fundament einer lebendigen, demokratischen Kulturgesellschaft hervor – und die Professionalisierung der Verbände soll dafür sorgen, dass dieses Fundament auch morgen noch trägt.

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