Ministerin Petra Berg (rechts) mit den Preisträgerinnen und Preisträgern der Paul-Haffner-Naturschutzmedaille: Stefan Mörsdorf, Peter Treitz, Michèle Fugmann, Christoph Hassel und Jürgen Schmitt (von links nach rechts). — Foto: MUKMAV / Ann-Sophie Ruf
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Ohne die vielen ehrenamtlichen Hände, die sich Jahr für Jahr für Wiesen, Wälder und Wildtiere starkmachen, sähe es um die saarländische Natur schlecht aus. Genau diese Menschen hat das Umweltministerium nun erneut ins Rampenlicht gerückt: Zum siebten Mal wurde die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille vergeben. Ausgezeichnet wurden vier Persönlichkeiten und eine Jugendgruppe, die den Natur- und Artenschutz im Land über Jahre, teils über Jahrzehnte geprägt haben.

„Mit dem Preis möchten wir Personen und Gruppen würdigen, die mit ihrem jahrelangen, mitunter jahrzehntelangen Engagement Vorbildliches geschaffen haben“, erklärt Umweltministerin Petra Berg. Für sie ist der ehrenamtliche Einsatz keine Nebensache, sondern das Fundament des Artenschutzes: „Denn ohne die Unterstützung der zahlreichen freiwilligen Helferinnen und Helfer wäre der Schutz der Flora und Fauna im Saarland undenkbar.“ Die Medaille solle, so Berg, auch Lust auf Verantwortung für die Natur wecken.

Besonders freute sie sich in diesem Jahr über eine junge Preisträgergruppe. Die NAJU Köllertal richtet ihre Aktionen und Projekte gezielt an Kinder und Jugendliche zwischen sieben und 14 Jahren. In der Gemeinschaftsschule Heusweiler dient der Schulgarten als lebendiges Klassenzimmer, in dem Artenkenntnis, Naturpflege und ökologische Zusammenhänge begreifbar werden. Geleitet wird die Gruppe derzeit von Michèle Fugmann und Tanja Hasselbacher. „Es zeigt, dass junge Menschen sich im Naturschutz einbringen“, so die Ministerin.

Unter den geehrten Einzelpersonen findet sich geballte Erfahrung. Jürgen Schmitt, langjähriger Kreisjägermeister des Landkreises Saarlouis, rief 2017 das Projekt „Artenreiche Kulturlandschaft Saarlouis“ ins Leben. Daraus wuchs das Vorhaben „Saarland Artenreich“, getragen von Landesentwicklungsgesellschaft, Umweltministerium und der Vereinigung der Jäger des Saarlandes. Ziel sind Blühflächen als Rückzugsräume für Insekten, Feldvögel und Niederwild.

Christoph Hassel steht seit über 30 Jahren an der Spitze des BUND Saar. Gemeinsam mit Ministerium und SaarForst Landesbetrieb startete er bereits 1995 das Projekt „Prozessschutzorientierte Waldwirtschaft“, das wichtige Erkenntnisse für eine klimaresiliente Forstwirtschaft lieferte. Noch länger ist Peter Treitz dabei: Seit mehr als 50 Jahren führt er die NABU-Ortsgruppe Schiffweiler, organisiert Vorträge, Exkursionen und Wanderungen. 1983 gründete er die Verbandszeitschrift „Naturschutz im Saarland“, die bis heute vierteljährlich erscheint.

Auch ein ehemaliger Minister zählt zu den Ausgezeichneten. Stefan Mörsdorf, von 1999 bis 2009 saarländischer Umweltminister und zuvor zehn Jahre Landesvorsitzender des NABU, brachte zahlreiche Vorhaben auf den Weg. Zu ihnen gehören der „Urwald vor den Toren der Stadt“ im Saarkohlenwald, die UNESCO-Anerkennung des Biosphärenreservats Bliesgau und die Rückkehr des Bibers ins Saarland.

Der Namensgeber der Medaille selbst war ein Pionier des heimischen Naturschutzes. Paul Haffner (1905 bis 2001) unterrichtete 41 Jahre lang, entdeckte mehr als 30 neue Pflanzenarten und wirkte 23 Jahre als Kreisbeauftragter für Naturschutz im Kreis Merzig. Für sein Engagement erhielt er unter anderem das Bundesverdienstkreuz und 1984 die Ehrendoktorwürde der Universität des Saarlandes.

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