Diese drei großen Industriezweige erbringen im Saarland fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe, der sich im ersten Halbjahr 2018 auf über 14 Mrd. Euro belief. Das waren 0,3 Prozent mehr als im Vorjahr, wobei das Inlandsgeschäft mit plus 2,4 Prozent besser lief als die Exporte (‑ 1,7 %). Das Verarbeitende Gewerbe seinerseits hat im Saarland, gemessen an der Bruttowertschöpfung, wegen seiner traditionell hohen Industriedichte einen größeren Anteil an der Gesamtwirtschaft, als dies in den meisten anderen Bundesländern der Fall ist. Gepaart mit der hohen Exportabhängigkeit des Saarlandes fielen die Rückschläge hierzulande demnach deutlich stärker aus als im Bundesdurchschnitt.

In der saarländischen Bauwirtschaft war der Konjunkturverlauf im ersten Halbjahr gespalten. Das Bauhauptgewerbe meldete aufgrund von Großaufträgen eine sprunghafte Auftragssteigerung um 39 Prozent, worauf die Umsätze sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau erneut kräftig anzogen (+ 18,2 %). Im Ausbaugewerbe liefen die Geschäfte eher ungünstig. Aber auch hier kann man hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, denn eine beachtliche Zunahme der Baugenehmigungen im Wohnungsbau um 30,7 Prozent verspricht schon bald wieder bessere Aussichten.

Die privaten Haushalte zeigten sich in einer anhaltend konsumfreudigen Stimmung. Beim Einzelhandel (ohne Kfz) sorgten sie im ersten Halbjahr für eine erneute Umsatzsteigerung (+ 3,1 %), und auch der Handel mit Kraftfahrzeugenlegte kräftig um 6,3 Prozent zu. Positiv entwickelten sich ebenfalls der Großhandel und das Gastgewerbe sowie der überwiegende Teil der sonstigen Dienstleistungen. Erfreulich ist, dass inzwischen auch die Beschäftigung über fast alle Wirtschaftszweige hinweg signifikant zunimmt, während die Arbeitslosigkeit immer weiter zurückgedrängt wird.

Der Außenhandel der Saarwirtschaft ist im ersten Halbjahr lediglich auf der Einfuhrseite gewachsen. Dabei stiegen die Importe um 2,2 Prozent auf knapp 7,5 Mrd. Euro, während die Exporte um 3,3 Prozent auf gut 8,1 Mrd. Euro zurückgingen. Ursächlich dafür dürfte, wie eingangs geschildert, zu einem großen Teil die unbefriedigende Lage in der Autoindustrie sein, die besonders stark exportorientiert ist.

Weitere Daten zur konjunkturellen Entwicklung im Saarland finden sich im Internetangebot des Statistischen Amtes unter www.statistik.saarland.de.

Darüber hinaus stehen die aktuellen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung in den Bundesländern im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de zur Verfügung.

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