Mehr Erwerbslose, Alleinerziehende und Menschen mit niedriger Qualifikation sind arm. Das Armutsrisiko ist 2017 trotz blendender Wirtschaftslage in Deutschland auf ein Rekordhoch gestiegen. Im Saarland verharrt die Armutsrisikoquote auch nach einem leichten Rückgang weiterhin auf einem hohen Niveau. Das belegen Zahlen, die heute von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder veröffentlicht worden sind. Thomas Otto Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer, fordert von der Bundesregierung eine konsequentere Politik der Umverteilung und von der Landesregierung ein entschiedeneres Vorgehen bei der Bekämpfung der Armut.
Die Wirtschaft und die Beschäftigung in Deutschland boomen. Dennoch verharrt die Armut auf hohem Niveau. Inzwischen gilt jeder sechste Deutsche oder 15,8 Prozent als arm, das zeigen die Daten der amtlichen Sozialberichterstattung. Regional verteilt sich der Mangel jedoch sehr unterschiedlich. Mit einer Armutsquote von 16,8 Prozent liegt das Saarland bei den westdeutschen Flächenländern vor Nordrhein-Westfahlen auf dem vorletzten Platz. In Bayern und Baden-Württemberg sind die Armutsquoten mehr als ein Drittel geringer. Die meisten Armen gibt es in Bremen und in Ostdeutschland. Unter allen Bundesländern teilen sich Saarland und Sachsen Platz elf.
Überdurchschnittlich häufig betroffen sind Arbeitslose, von denen im Saarland mehr als jeder zweite arm ist (54 %). Bei den Alleinerziehenden sind es 43 Prozent. Nahezu jede dritte Familie mit drei und mehr Kindern (32 %) muss mit einem Haushaltsnettoeinkommen unterhalb der Armutsschwelle zu Recht kommen. Ebenfalls ein hohes Armutsrisiko haben Ausländer und Menschen mit geringer Qualifikation. Ihre Armutsrisikoquote liegt mir 40 bzw. 33 Prozent erheblich über dem Durchschnitt. Im Vergleich zum Vorjahr ist das Armutsrisiko von Erwerbslosen, Single-Eltern und Geringqualifizierten sogar noch gestiegen.

















