HOMBURG1 | SAARLAND NACHRICHTEN
Eine Mammutaufgabe hatten die Ministerinnen, Minister und Senatoren der Agrarressorts des Bundes und der Länder auf ihrer Herbstkonferenz in Rostock-Warnemünde zu erledigen: 38 TOPs wurden teilweise sehr kontrovers diskutiert. Erwartungsgemäß standen die anhaltende Krise am Milchmarkt und die Zukunft der bäuerlichen Milchviehhaltung im Mittelpunkt.
Das zweite Milchpaket der EU mit insgesamt 500 Mio. € und dessen Umsetzung in Deutschland wurde vor diesem Hintergrund begrüßt, gleichzeitig aber hinsichtlich der Effizienz kritisch bewertet. Einstimmig herrschte die Auffassung, dass Anreize zu schaffen sind, die möglichst EU-weit zu einer Reduzierung der Milchmenge führen. „Hier kann die Politik nur Leitplanken setzen“, sagt dazu der saarländische Agrarminister Reinhold Jost. „Die EU lässt eine obligatorische Mengenbegrenzung derzeit nicht zu. Deswegen ist es umso wichtiger, dass seitens der Wirtschaftsbeteiligten mehr Initiativen entwickelt werden, Angebot und Nachfrage besser aufeinander abzustimmen. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Rahmenbedingungen geschaffen werden, die den Milcherzeuger in eine bessere Verhandlungsposition bringen.“
Dazu gehörten auch Änderungen im Wettbewerbsrecht, das zur Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen in der Lebensmittellieferkette angepasst werden müsse. „Wir müssen die Position der Landwirtschaft in der Wertschöpfung noch stärker ins Auge fassen und gegenüber dem Einzelhandel stärken. Es kann nicht sein, dass man mit dem Slogan ‚Wir lieben Lebensmittel‘ wirbt und die Landwirte am langem Arm verhungern lässt“, so Minister Jost.
Alle weiteren Hilfen – Steuererleichterungen bis zu Entlastungen in der Sozialversicherung – sollen den Landwirten kurzfristig zu Gute kommen.
Die weiter intensive Befassung mit der Qualität der Schulverpflegung und der Ernährungsbildung – ein weiteres Thema der Agrarministerkonferenz – ist für Jost ein absolutes Muss: „Frühzeitig beginnendes und im Laufe der Schulzeit weiter vertiefendes Erlernen und praktisches Erfahren gesunder Ernährung sind wesentliche Grundlagen für einen gesunden Lebensstil“, so Jost.
Auch mit weiteren Maßnahmen gegen die Lebensmittelverschwendung und das Vermeiden von Lebensmittelabfällen befasste sich die Konferenz und beschloss, erste Schritte für die Entwicklung einer nationalen Strategie einzuleiten.

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