Seit acht Jahrzehnten entscheidet es dort, wo keine weitere Berufung mehr möglich ist: Das Saarländische Oberlandesgericht in Saarbrücken feierte an diesem Donnerstag sein 80-jähriges Bestehen. Bei einer Feierstunde würdigte Justizministerin Petra Berg das Haus als „wichtigen Anker unseres Rechtsstaats“.
Als einziges Oberlandesgericht des Landes bildet es die letzte Instanz der ordentlichen Gerichtsbarkeit im Saarland. Seine Aufgabe ist es, für eine einheitliche Anwendung des Rechts zu sorgen und damit Verlässlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen. Entstanden ist das Gericht aus dem Neuanfang nach der Zeit der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Im Jahr 1946 nahm das Haus seine Arbeit mit gerade einmal sechs Richtern auf. Seither hat es die bewegte Geschichte des Saarlandes über Jahrzehnte begleitet. Vom Saarstatut über die Eingliederung in die Bundesrepublik bis hin zur europäischen Integration spiegeln sich die großen Linien der Region in der Arbeit des Gerichts wider. Die Verschwisterung mit der Cour d’Appel de Nancy steht dabei sinnbildlich für eine Zusammenarbeit, die nationale Grenzen überschreitet.
Seinen heutigen Namen trägt das Gericht erst seit 1994. Längst hat sich auch der Arbeitsalltag gewandelt: Elektronischer Rechtsverkehr und die digitale Akte prägen inzwischen die tägliche Praxis. Zum Jubiläum ist zudem eine Festschrift erschienen, die Richter Dr. Gerhard Knerr verfasst hat. Unter dem Titel „Die Geschichte des Saarländischen Oberlandesgerichts“ verfolgt sie den Weg von den Vorgängergerichten des Kaiserreichs über die NS-Zeit und die Gründung 1946 bis in die Gegenwart der Bundesrepublik.
In ihrem Grußwort betonte Ministerin Berg, worin sie die eigentliche Stärke der Justiz sieht. „Gerichte müssen nicht jedem gefallen. Ihre Aufgabe ist es, unabhängig zu entscheiden und das Recht zu wahren – auch dann, wenn Entscheidungen unbequem sind“, sagte sie. Genau darin liege zugleich ihre Verantwortung. Das Saarländische Oberlandesgericht stehe seit 80 Jahren für diesen Anspruch.
Einen besonderen Dank richtete Justizstaatssekretär Dr. Jens Diener an alle Beschäftigten des Hauses – vom Richterstuhl bis zu den Geschäftsstellen, der Verwaltung und dem Wachtmeisterdienst. Diener kennt das Gericht aus eigener Erfahrung, war er doch selbst dort als Richter tätig. „Eine Justiz ist immer nur so stark wie die Menschen, die sie tragen“, erklärte er. Deshalb gelte sein Dank ausdrücklich all jenen, die am Oberlandesgericht und in der gesamten Justiz arbeiten und gearbeitet haben.





















