Im Dezember des vergangenen Jahres hat die Justizvollzugsanstalt Saarbrücken über die dort angesiedelte Arbeitstherapie 200 Bausätze zum Bau von Weihnachtsmännern gefertigt und an Einrichtungen übergeben, in denen Kinder und den Senioren die Bausätze selbst ausmalen und zusammenbauen konnten. Diese erfolgreiche Geschichte gelungener Resozialisierung und Kooperation wird nun in einem neuen Kapitel als „Osterhasen-Aktion“ fortgeschrieben.

In der Arbeitstherapie der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken haben dort tätige Inhaftierte in den vergangenen Wochen Bausätze für Osterhasen aus Holz von Einweg-Verpackungsmaterial gefertigt, die an Kinder und Menschen mit Behinderung verteilt werden. Gerhard Schirra, Leiter der Arbeits- und Wirtschaftsverwaltung in der JVA Saarbrücken: „Die Weihnachtsmann-Aktion 2020 bereitete nicht nur den Beschenkten sichtlich viel Freude, sondern kam auch bei den an der Herstellung beteiligten Inhaftierten der Arbeitstherapie der JVA Saarbrücken sehr gut an. Wir wollten die Aktion daher gerne fortsetzen und freuen uns, dass dies pünktlich zum Osterfest gelungen ist. Wir wollen damit in der aktuellen Lage, die insbesondere für alle benachteiligten  Menschen sehr belastend ist, ein positives Signal aus dem Strafvollzug für ein hoffnungsvolles Osterfest senden.“

Vertreter der Justizvollzugsanstalt Saarbrücken werden die 360 Bausätze heute an folgende Einrichtungen übergeben:
–      Elterninitiative krebskranker Kinder im Saarland e.V. in Neunkirchen
–      Kinderhospiz- und Paliativteam Saar in Merchweiler
–      Verein zur Pflege von Erde und Mensch Karcherhof und Thalmühle ins Ensheim
–      Lebenshilfe Wohnprojekt gemeinschaftliches Wohnen in Saarbrücken
–      Schwesternverband selbstbestimmtes Wohnen in Neunkirchen

Justizminister Peter Strobel: „Die Bereitschaft von Inhaftierten, durch eigenhändige Arbeit anderen Menschen eine Freude bereiten zu wollen, ist ein schönes Symbol gelingender Resozialisierung und gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es macht Mut, dass unser System des Strafvollzugs, das Straftäter auch als unser aller Mitbürger anerkennt und auf eine selbstverantwortliche Zukunft in Freiheit vorbereiten möchte, funktioniert. Der Grundstein dieses Erfolgs sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich tagtäglich mit großem Engagement der herausfordernden Arbeit und der Gemeinschaft mit Straftätern und Inhaftierten annehmen. Dafür danke ich Ihnen herzlich.“

Bei der Arbeitstherapie handelt es sich um eine vollzugliche Behandlungsmaßnahme, die vorrangig an Inhaftierte gerichtet ist, die aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nur eingeschränkt arbeitsfähig sind. Durch verschiedene handwerkliche Tätigkeiten sollen die Inhaftierten individuell gefördert und schrittweise an eine Grundarbeitsfähigkeit im Rahmen einer geregelten Tagesstruktur herangeführt werden, sodass ihnen bestenfalls anschließend eine reguläre Beschäftigungsmaßnahme zugewiesen werden kann. Zudem dient die Arbeitstherapie als diagnostisches Umfeld, in dem Verhaltensmuster und soziale Interaktionen zwischen den Inhaftierten erprobt werden können.

 

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