Der FC 08 Homburg hat im Auswärtsspiel bei der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz einen sicher geglaubten Sieg in der Schlussphase aus der Hand gegeben. Beim 3:3 (1:2) zeigten die Grün-Weißen zwar Moral und drehten nach der Pause einen Rückstand in eine Führung, kassierten aber in der 89. Minute den Ausgleich.
Dabei begann die Partie für die Homburger optimal. Schon in der sechsten Minute traf Phillipp Steinhart nach einem Freistoß von Frederic Baum per Kopf zur frühen Führung. Zuvor hatte Nico Jörg die große Gelegenheit zum 1:0 vergeben. Doch die Gastgeber antworteten prompt. Nach einem Foul von Frederik Schumann entschied Schiedsrichter Niklas Diehm auf Elfmeter – Tim Korzuschek verwandelte sicher (23.). Fulda blieb in der Folge aggressiver und belohnte sich: Sebastian Schmitt traf per Distanzschuss sehenswert zum 2:1 (33.). Homburg dagegen fand nach dem Ausgleich nicht mehr richtig in den Rhythmus, spielte zu ungenau im Aufbau und ließ im letzten Drittel die Durchschlagskraft vermissen.
„Wir sind gut gestartet, aber haben den Gegner selbst zurück ins Spiel gebracht“, sagte Innenverteidiger Nils Röseler, der nach seiner Knieverletzung erstmals wieder in der Startelf stand. „In solchen Momenten müssen wir in der Restverteidigung einfach besser stehen. Das 2:1 darf so nicht fallen – das kann für eine Mannschaft tödlich sein.“
Nach der Pause zeigte sich der FCH verbessert und nutzte seine Chancen. Trainer Roland Seitz brachte Markus Mendler und Justin Petermann, die das Spiel sofort belebten. Petermann brauchte keine fünf Minuten, um Wirkung zu zeigen: Nach starker Vorarbeit von Tim Steinmetz traf der Mittelfeldspieler aus 18 Metern flach ins Eck (67.). Nur sechs Minuten später war er erneut zur Stelle – diesmal nach einem Freistoß von Mendler, den er am langen Pfosten einköpfte (73.). „Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt zwei Tore gemacht habe“, sagte Petermann mit einem Lächeln, das schnell verflog. „Natürlich freut es mich persönlich, aber es tut weh, wenn du kurz vor Schluss den Ausgleich kassierst. Wir hätten das über die Zeit bringen müssen.“
Fulda warf in der Schlussphase alles nach vorne. Nach einer Ecke flog der Ball in den Strafraum, landete vor den Füßen von Marvin Pourié, der zum 3:3 einschob (89.). Seitz haderte mit der Art und Weise des Gegentors: „Wir haben das Spiel gedreht, alles reingeworfen – und dann so ein spätes Tor. Das ist einfach bitter. So ein Ball muss mit aller Konsequenz verteidigt werden.“ Der Trainer sprach dennoch von einer ordentlichen Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben eine gute Reaktion gezeigt, uns wieder rangekämpft, aber am Ende ist das Gefühl einfach enttäuschend. Wir fahren nach Hause, ohne verloren zu haben, und trotzdem fühlt es sich so an.“
So bleibt das Fazit ernüchternd: Homburg zeigt immer wieder, welches Potenzial in dieser Mannschaft durchaus steckt – bringt es aber zu selten über 90 Minuten konstant auf den Platz. Es sind die wiederkehrenden Muster, die das Team immer wieder ausbremsen: unnötige Ballverluste, fehlende Konsequenz im eigenen Strafraum, kurze Phasen der Unkonzentriertheit. Die Mannschaft spielt phasenweise richtig gut, wenn sie führt – aber zu selten so, dass sie sich selbst belohnt. Homburgs Achterbahnfahrt in Fulda steht sinnbildlich für dieses Muster: starke Phasen, gute Moral, aber auch zu viele einfache Gegentore. „Wir haben vieles richtig gemacht, aber wieder nicht alles“, brachte es Röseler auf den Punkt. „Insgesamt war das ordentlich, aber für drei Punkte musst du in der Schlussminute einfach konsequenter verteidigen.“
Seitz bilanziert ähnlich: „Wir müssen lernen, in entscheidenden Momenten klarer zu handeln und die Spiele zuzumachen. Wenn du drei Tore auswärts schießt, musst du gewinnen.“ In der Tabelle fällt der FCH mit nun 21 Punkten auf Rang neun zurück – und hat den Anschluss an die Spitzengruppe verpasst. Am kommenden Sonntag (14 Uhr) bietet sich im Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers die nächste Gelegenheit, diesen Nachweis endlich wieder über 90 Minuten zu erbringen.










