Ein digitaler Kompetenznachweis für Grundschulkinder stößt in Deutschland auf breite Zustimmung. 79 Prozent der Menschen halten das sogenannte „KI-Seepferdchen“ für sinnvoll, mit dem die Bundesregierung den Nachwuchs fit für den Umgang mit Künstlicher Intelligenz machen will. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die der Digitalverband Bitkom in Auftrag gegeben hat.
Hinter dem Begriff verbirgt sich ein Vorhaben, das an das klassische Schwimmabzeichen angelehnt ist. Kinder sollen damit frühzeitig lernen, die Möglichkeiten von KI zu erkennen und zugleich maschinell erzeugte Inhalte kritisch zu hinterfragen. In der Umfrage bewerteten 27 Prozent der Befragten das Projekt als sehr sinnvoll, weitere 53 Prozent als eher sinnvoll. Nur 18 Prozent halten einen solchen Nachweis für überflüssig.
Der Vorstoß ist Teil eines größeren Pakets. Die Bundesregierung hat Eckpunkte für ein nationales Social-Media-Verbot beschlossen, das unter 13-Jährigen den Zugang zu entsprechenden Plattformen vorerst verwehren soll. Gleichzeitig will sie die Medienkompetenz von Kindern gezielt stärken.
Während der Bitkom die Idee des KI-Seepferdchens ausdrücklich lobt, geht ihm das pauschale Verbot zu weit. „Wir begrüßen, dass die Bundesregierung konkrete Vorschläge für Schutz und Befähigung von Kindern im digitalen Raum vorgelegt hat. Das KI-Seepferdchen kann einen wichtigen Grundstein legen, damit Kinder Chancen von KI sehen, aber auch KI-generierte Inhalte kritisch hinterfragen können“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. Beim generellen Social-Media-Verbot unter 13 Jahren schieße die Regierung jedoch über das Ziel hinaus.
Der Verband argumentiert, dass sich die Risiken digitaler Angebote erheblich unterscheiden und eine starre Altersgrenze dieser Vielfalt nicht gerecht werde. „Deshalb brauchen wir einen Jugendschutz, der sich an den tatsächlichen Gefahren orientiert und den unterschiedlichen Entwicklungsständen von Kindern und Jugendlichen gerecht wird, statt allein auf starre Altersgrenzen zu setzen“, betont Rohleder. Entscheidend sei das Zusammenspiel aus wirksamen Schutzmaßnahmen auf den Plattformen und der gezielten Förderung von Medienkompetenz.
Dazu zählt der Bitkom altersgerechte Angebote, die konsequente Durchsetzung bestehender Vorgaben sowie die Fähigkeit, digitale Medien sicher und selbstbestimmt zu nutzen. Der Verband fordert deshalb zeitnah einen gemeinsamen Aktionsplan von Bund und Ländern, um Medien- und Digitalkompetenz flächendeckend in den Lehrplänen der Schulen zu verankern. „Wirksamer Jugendschutz bedeutet nicht nur, Risiken zu begrenzen, sondern Kinder auch zu befähigen, sich sicher und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen“, so Rohleder.
Die Grundlage der Zahlen bildet eine telefonische Befragung von 1.006 Menschen ab 16 Jahren, die zwischen dem 5. und 9. Oktober 2026 im Auftrag des Verbands durchgeführt wurde. Die Umfrage gilt als repräsentativ.



















