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Die BUND Regionalgruppe Bliesgau schlägt Alarm: Ein Waldstück in Bexbach, das unter dem Namen „Lenhards Wäldchen“ bekannt ist, soll nach aktuellen Planungen gerodet und als Gewerbegebiet verkauft werden. Dagegen wehrt sich die Umweltschutzorganisation mit deutlichen Worten. „Die Zerstörung dieses Waldstücks ist ökologisch unverantwortlich und klimapolitisch ein fatales Signal“, erklärt Katrin Lauer, Sprecherin der Regionalgruppe.

Dass es sich bei dem betroffenen Areal nicht um eine ökologisch unbedeutende Fläche handelt, belegt nach Angaben des BUND ein aktueller Kartierbericht zur Flora und Fauna. Demnach beherbergt das Wäldchen wertvolle Höhlenbäume, in denen unter anderem der Buntspecht erfolgreich brütet. Darüber hinaus wurden streng geschützte Fledermausarten nachgewiesen, die auf alte Baumbestände zwingend angewiesen sind. Auch bei Reptilien, Amphibien und Vögeln zeigt sich eine bemerkenswerte Vielfalt – mehrere der dokumentierten Arten stehen auf europäischen Schutzlisten.

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„Wir sprechen hier nicht über eine beliebige Fläche, sondern über ein funktionierendes, artenreiches Ökosystem. Wer hier rodet, zerstört Lebensräume, die sich nicht einfach ersetzen lassen“, betont Lauer. Gerade in einem bereits stark zersiedelten Gebiet erfülle der Wald eine zentrale Funktion für den Klimaschutz und die Klimaanpassung. Er speichere CO₂, wirke kühlend und sorge für Frischluftzufuhr – Leistungen, die angesichts zunehmender Hitzewellen und Starkregenereignisse immer wichtiger würden.

Der BUND verweist in diesem Zusammenhang auf moderne städtebauliche Ansätze wie das Schwammstadt-Konzept, das auf Entsiegelung und mehr Grünflächen setzt, statt zusätzliche Flächen zu versiegeln. „In Zeiten zunehmender Hitzewellen und Starkregenereignisse brauchen wir genau solche Flächen. Sie sind elementar für Hitzeschutz, Wasseraufnahme und natürliche Klimaregulierung“, so Lauer. Statt intakte Natur zu opfern, müssten bereits versiegelte und brachliegende Areale in unmittelbarer Nähe genutzt werden. Die Forderung der Regionalgruppe lässt sich auf eine knappe Formel bringen: „Brownfield statt Greenfield.“

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Besonders eindringlich warnt die Umweltorganisation davor, vorschnell Fakten zu schaffen. Ein einmal gerodeter Wald sei für Generationen verloren. Menschen bräuchten solche grünen Räume für Erholung, Gesundheit und Lebensqualität. Der BUND richtet seinen Appell deshalb gezielt an die Verantwortlichen in Politik und Kirche, die offenbar an der Entscheidung über die Zukunft des Wäldchens beteiligt sind.

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„Der Erhalt dieses Waldes ist ein Beitrag zum Schutz unserer Lebensgrundlagen und zum Gemeinwohl. Lenhards Wäldchen muss bleiben“, fasst Lauer die Position der Regionalgruppe zusammen. Ob die Forderung bei den Entscheidungsträgern Gehör findet, bleibt abzuwarten. Der Kartierbericht jedenfalls liefert den Naturschützern gewichtige Argumente dafür, dass eine Rodung des ökologisch wertvollen Bestands kaum mit geltendem Artenschutzrecht und den Zielen der Klimaanpassung vereinbar wäre.

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