Wenn im Februar im Johanneum das Licht in der Aula gedimmt wird, steht kein klassischer Gelehrter auf der Bühne, sondern drei Jugendliche, die mit den Zumutungen des Schulalltags ringen. Das Seminarfach „Darstellendes Spiel 12“ des Gymnasiums Johanneum Homburg bringt mit „Faust – Doppelt oder nichts“ eine eigene Version des berühmten Stoffes auf die Bühne – entwickelt und erarbeitet in rund einem Jahr Projektarbeit.
Das Ensemble aus etwa 20 Mitwirkenden hat Goethes „Faust“ in die Gegenwart verlegt und die zentrale Wette zwischen Gott und dem Teufel ins Jahr 2026 übertragen. Im Mittelpunkt stehen die Schülerinnen und Schüler Christina, Benni und Joe. Sie kämpfen mit Ausgrenzung, Leistungsdruck, falschen Erwartungen und familiären Konflikten – Themen, die vielen Jugendlichen vertraut sind und den klassischen Stoff in eine heutige Lebenswelt holen.
Die Verlockung tritt in dieser Inszenierung gleich doppelt auf: als Mephisto und als weibliches Pendant Femphisto. Die beiden Figuren bieten den drei Jugendlichen scheinbar „unverbindlich“ Anerkennung, Beliebtheit und Erfolg an. Damit rückt eine alte Frage neu ins Zentrum: Wie weit geht man, um dazuzugehören, und welchen Preis ist man bereit, dafür zu zahlen? Die Inszenierung stellt diese Entscheidungssituationen in alltäglichen Kontexten dar und knüpft damit eng an Erfahrungen des Publikums an.
Zwischen Klassenzimmer, Abiball und teuflischen Versuchungen entfaltet sich eine Geschichte, die humorvolle Momente mit kritischen und berührenden Szenen verbindet. Das Stück zeigt, wie präsent die Themen aus Goethes „Faust“ auch heute noch sind, wenn es um Selbstzweifel, Anpassungsdruck und die Suche nach dem eigenen Weg geht. Die Schülerinnen und Schüler setzen dabei auf eine Mischung aus Unterhaltung und Nachdenklichkeit, ohne den Kern des klassischen Stoffes aus dem Blick zu verlieren.
„Faust – Doppelt oder nichts“ ist an zwei Abenden zu sehen: am 6. und 7. Februar 2026 in der Aula des Gymnasiums Johanneum Homburg. An beiden Tagen beginnt der Einlass um 18.15 Uhr, Spielbeginn ist jeweils um 19 Uhr. Eintrittskarten können im Vorverkauf über das Sekretariat telefonisch oder per E-Mail reserviert oder direkt in der Schule gekauft werden. Restkarten sind außerdem an der Abendkasse erhältlich. Der Eintritt kostet für Erwachsene 8 €, ermäßigt 4 €. Empfohlen wird der Besuch für Personen ab etwa 14 Jahren.
Mit der Eigenproduktion schließt das Seminarfach „Darstellendes Spiel 12“ eine intensive Projektphase ab, in der Textfassung, Rollenarbeit und szenische Umsetzung zusammengeführt wurden. Das Ergebnis ist eine moderne Auseinandersetzung mit einem Stoff der Weltliteratur, die bewusst nah an der Lebensrealität junger Menschen bleibt und zugleich die bekannten Motive von Verführung, Entscheidung und Verantwortung aufgreift.



















