Symbolbild

Die Erholung der deutschen Wirtschaft von der Corona-Krise setzt sich fort, die Aussichten auf einen sehr kräftigen Aufschwung in diesem Jahr haben sich zuletzt weiter verbessert. Das signalisiert der Konjunkturindikator des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Die Wahrscheinlichkeit für ein deutlich überdurchschnittliches Wachstum, die der Indikator als „Boomwahrscheinlichkeit“ ausweist, ist aktuell fast 20 Mal so hoch wie das Risiko, dass die deutsche Wirtschaft demnächst in eine Rezession geraten könnte.

Konkret zeigt der Indikator, der die aktuellsten verfügbaren Daten über die Wirtschaftslage bündelt, für den Drei-Monatszeitraum von Juni bis Ende August eine mittlere Boomwahrscheinlichkeit von 71,3 Prozent an, während die Rezessionswahrscheinlichkeit nur 3,7 Prozent beträgt. Im Vergleich zum Mai sind diese Werte um 5,6 Prozentpunkte gestiegen bzw. um 0,3 Prozentpunkte zurückgegangen. Die statistische Streuung im Indikator, ein Maß für die Unsicherheit von Wirtschaftsakteuren, hat um einen Prozentpunkt auf 4,2 Prozent zugenommen, bleibt aber auf einem historisch niedrigen Niveau. Der nach dem Ampelsystem arbeitende Indikator zeigt „grün“.

Die aktuellen Ergebnisse des Konjunkturindikators stützen die Prognose des IMK, dass der Konjunkturaufschwung in Deutschland mit zunehmender Zahl geimpfter Personen an Breite und Stärke gewinnen wird. Denn neben dem schon seit längerem sehr starken Außenhandel legt mit zunehmender Lockerung der Auflagen zum Infektionsschutz auch die Binnennachfrage deutlich zu. „Dabei wird insbesondere der private Konsum aufgrund eines gewaltigen Nachholbedarfs eine hohe Dynamik entfalten“, sagt IMK-Konjunkturexperte Peter Hohlfeld. Die Düsseldorfer Ökonomen rechnen bislang für 2021 mit einem Wirtschaftswachstum von spürbar über vier Prozent. Ihre aktualisierte Prognose mit genauen Zahlen für dieses und nächstes Jahr stellen sie am 23. Juni vor.

Wichtigster Faktor für die weitere Aufhellung der konjunkturellen Aussichten war in den letzten Wochen die verbesserte Stimmung in der deutschen Wirtschaft. Von den Finanzmärkten kommen eher positive, aber nicht ganz einheitliche Signale (weitere Details unter dem Link unten). Dass die Industrieproduktion nach den aktuellsten verfügbaren Daten im April leicht zurückgegangen ist, bremst den Aufwärtstrend des Indikators nur geringfügig. Denn temporäre Lieferengpässe bei einigen Rohstoffen und Mikrochips als Ursache dafür dürften nach Analyse des IMK im weiteren Jahresverlauf nachlassen.

In den IMK-Konjunkturindikator fließen zahlreiche Daten aus der Real- und der Finanzwirtschaft ein. Darüber hinaus berücksichtigt das Instrument Stimmungsindikatoren. Das IMK nutzt die Industrieproduktion als Referenzwert für eine Rezession, weil diese rascher auf einen Nachfrageeinbruch reagiert als das Bruttoinlandsprodukt. Der Konjunkturindikator wird monatlich aktualisiert.

Originalpublikation: Zum IMK-Konjunkturindikator: www.imk-boeckler.de

 

 

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