Schon kurz nach Öffnung der Türen war klar, wie groß die Vorfreude war: Zum Neujahrskonzert der Homburger Kulturgesellschaft mit dem Homburger Sinfonieorchester strömten am Sonntag, 18. Januar, so viele Menschen in den Kulturzentrum Saalbau, dass beide Vorstellungen restlos ausverkauft waren. Sowohl um 11 Uhr als auch um 18 Uhr war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt – ein Auftakt ins Konzertjahr, der die Bedeutung des Orchesters in der Stadt eindrucksvoll unterstrich.
Zum Vormittagstermin begrüßte Oberbürgermeister Michael Forster das Publikum im vollbesetzten Saal. Am Abend übernahm Bürgermeister Manfred Rippel diese Aufgabe. Forster machte in seiner Ansprache deutlich, welche Rolle das Konzert für die Stadt spielt. „Es ist mir eine große Freude, Sie hier im Kulturzentrum Saalbau zum Neujahrskonzert willkommen zu heißen und Ihnen zugleich für das neue Jahr alles Gute, Gesundheit und Zuversicht zu wünschen“, sagte der Oberbürgermeister. Er bedankte sich bei den Gästen für ihr Kommen und richtete seinen besonderen Dank an die Musikerinnen und Musiker des Homburger Sinfonieorchesters sowie an Dirigent Jonathan Kaell. Das Orchester bezeichnete er als kulturelles Aushängeschild der Stadt.
Forster betonte, dass dieser Abend mehr sei als ein reines Konzerterlebnis. Beim Neujahrskonzert gehe es nicht nur um Musik und Kultur, sondern auch um Begegnung und Austausch. Er verband dies mit einem Blick auf das neue Jahr: 2026 solle ein Jahr der Begegnung und der Gemeinschaft werden. Um die anstehenden Herausforderungen gemeinsam bewältigen zu können, „brauchen wir den Zusammenhalt in der Gesellschaft“, so der Oberbürgermeister. Zum Abschluss seiner Begrüßung dankte er den Sponsoren für die Unterstützung des Konzerts sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Homburger Kulturgesellschaft und allen Beteiligten für ihren Einsatz. Er wünschte dem Publikum, die Musik gemeinsam zu genießen.

Ein besonderer Dank des Oberbürgermeisters galt Moderator Roland Kunz, der seit Jahren durch die Neujahrskonzerte führt. Forster hob dessen Humor und Fachwissen hervor, mit denen Kunz das Programm begleite. Kunz ist selbst Sänger und Komponist und vielen als Stimme von SR2 KulturRadio bekannt. Auch in diesem Jahr führte er gewohnt unterhaltsam durch den Abend und setzte gleich zu Beginn den Rahmen für das Motto des Konzerts.
Das Programm stand unter dem Titel „Favoriten“. Anlass war das 60-jährige Bestehen des Homburger Sinfonieorchesters, das in diesem Jahr gefeiert wird. Dirigent Jonathan Kaell hatte gemeinsam mit dem Publikum musikalische Favoriten aus sechs Jahrzehnten Orchesterarbeit ausgewählt. Kunz erläuterte zu Beginn die Idee hinter diesem Rückblick und lieferte im Laufe des Konzerts charmant-humorvolle und zugleich informative Einordnungen zu Komponisten, Werken und deren zeitlichem Kontext. Immer wieder nutzte er Requisiten, die bis zur Konfettikanone reichten, um das Publikum auf die einzelnen Stücke einzustimmen.

Musikalisch präsentierte das Orchester ein festliches Programm mit bekannten Werken aus Oper, Operette und sinfonischer Filmmusik. Den Auftakt bildeten die Ouvertüre aus „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach und Johann Strauß’ Walzer „Frühlingsstimmen“. Bei diesem Walzer begeisterte Liudmila Lokaichuk als lyrische Koloratursopranistin das Publikum. Später überzeugte sie nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch als Darstellerin, die sichtbar mit Orchester und Moderator zusammenspielte.
Auf dem weiteren Programm standen die „Danse Bacchanale“ aus „Samson und Dalila“ von Camille Saint-Saëns sowie weitere Kompositionen von Johann Strauß, Franz Lehár, Antonín Dvořák, Leonard Bernstein und John Williams. Zu den Höhepunkten zählten der Walzer „An der schönen blauen Donau“ und die Arie „Song to the Moon“ aus Dvořáks Oper „Rusalka“. In der Pause wurde ein Sektempfang angeboten, der den festlichen Charakter des Abends zusätzlich unterstrich und Raum für Gespräche bot.
Die Qualität der Darbietungen und die Auswahl der Stücke kamen beim Publikum sichtbar gut an. Der lange, anhaltende Applaus am Ende des Konzerts führte dazu, dass das Orchester gleich mehrere Zugaben spielte. Dazu gehörte – inzwischen fast traditionell – auch der „Radetzky-Marsch“, bei dem das Publikum den Abend hörbar mittrug.
Für einen besonderen Moment sorgte Moderator Roland Kunz, als er Konzertmeister Ruben Dorneanu in Anspielung auf einen roten Teppich dessen Violine auf einem roten Kissen überreichte. Zudem nutzte Kunz das Jubiläum, um Dirigent Jonathan Kaell auf der Bühne zu interviewen. Kaell blickte dabei auf die 60-jährige Geschichte des Orchesters und richtete den Blick nach vorn. Er wünschte sich für die kommenden Konzerte ein ebenso zahlreiches Publikum und „hoffte auf die Treue der Zuhörerinnen und Zuhörer“.
Das Neujahrskonzert im Kulturzentrum Saalbau verband damit Rückblick und Ausblick: ein Abend, der das 60-jährige Bestehen des Homburger Sinfonieorchesters feierte, die Verbundenheit des Publikums mit „seinem“ Orchester sichtbar machte und den kulturellen Jahresauftakt in Homburg prägte.



















