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Die Entscheidung über den Sitz des nationalen KI-Sicherheitsinstituts könnte zugunsten Berlins ausfallen – und im Saarland regt sich Widerstand. Jorgo Chatzimarkakis, Kandidat der FDP Saar für die Landtagswahl 2027, warnt eindringlich davor, den Forschungsstandort Saarbrücken zugunsten der Hauptstadt zu übergehen. „Sollten sich diese Berichte bestätigen, wäre das keine Entscheidung für KI-Sicherheit, sondern für Berliner Bequemlichkeit“, so seine deutliche Kritik. Kurze Wege zum Kanzleramt dürften nicht schwerer wiegen als kurze Wege zur Spitzenforschung.

Sein Argument stützt sich auf die Forschungslandschaft der Region. Kaum ein Ort in Deutschland bündelt so viel Kompetenz in der Informationssicherheit wie Saarbrücken. Die Universität des Saarlandes, das CISPA Helmholtz-Zentrum, der hiesige Standort des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz sowie die Max-Planck-Institute für Informatik und Softwaresysteme bilden ein dichtes Netz aus Expertise.

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Hinzu kommt ein Detail, das Chatzimarkakis besonders betont: In Saarbrücken sind bereits Außenstellen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesnetzagentur angesiedelt. Genau jene Behörden also, die den Kern des geplanten Instituts bilden sollen. Der fachliche Unterbau, so das Argument, sei längst vorhanden.

Scharf ins Gericht geht der FDP-Politiker mit der Saar-CDU, die er für ihre parteipolitische Kritik an der Landesregierung rügt. Es sei eine „billige Debatte“, wenn die CDU auf der Landesebene austeile und dabei übersehe, dass die entscheidenden Akteure in Berlin ihrer eigenen Partei angehören. Er nennt Bundeskanzler Friedrich Merz, Digitalminister Karsten Wildberger und Innenminister Alexander Dobrindt. „Das ist schlicht peinlich“, so Chatzimarkakis, der stattdessen Zusammenarbeit statt Schuldzuweisungen einfordert.

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Einen strategischen Trumpf sieht die Saar FDP in der Nähe zu Frankreich. Das Nachbarland habe sich früh für eine pragmatische und sichere Anwendung von KI starkgemacht und mit INESIA bereits ein eigenes Sicherheitsinstitut geschaffen. Eine enge deutsch-französische Kooperation könne weit über ein bilaterales Vorhaben hinausreichen und ein europäisches Signal setzen.

„Wir müssen in großen geopolitischen Räumen denken“, betont der Kandidat. Europa hinke bei künstlicher Intelligenz und deren sicherer Anwendung hinterher. Ein grenzüberschreitendes Projekt in Saarbrücken könne zu einer echten europäischen Lösung werden und ein Zeichen für Souveränität, wissenschaftliche Exzellenz und gemeinsame Handlungsfähigkeit setzen.

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Konkret schlägt die FDP Saar ein dreiteiliges Modell vor: den Hauptsitz des Instituts in Saarbrücken, ein schlankes Verbindungsbüro in Berlin und eine feste Partnerschaft mit dem französischen INESIA. So ließen sich wissenschaftliche Kompetenz, politische Nähe zu den Entscheidungszentren und europäische Zusammenarbeit unter einem Dach vereinen.

Zum Abschluss richtet Chatzimarkakis einen grundsätzlichen Appell an die Bundespolitik. Berlin dürfe nicht zum Symbol eines zentralistischen Systems werden, während Regionen um ihre Zukunft ringen. „Deutschland und Europa erneuern sich nicht durch Hauptstadtzentralismus, sondern durch starke Regionen, grenzüberschreitende Zusammenarbeit und den Mut zu strategischen Projekten“, sagt er. Saarbrücken könne der Ausgangspunkt für einen solchen Weg sein.

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