Foto: Florian Jung
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An der Kreuzung Schildenstraße, Ecke Meißner Straße, gibt es in Radebeul jetzt etwas zu entdecken, das man an einer normalen Fußgängerampel nicht erwartet. Wer hier wartet, blickt nicht auf das übliche rote Männchen, sondern auf einen stilisierten Cowboy, der an Old Shatterhand erinnern soll. Direkt vor dem neu entstehenden Empfangsgebäude des Karl-May-Museums leuchtet damit ein ungewöhnliches Signal.

Hinter dem Hingucker steckt eine Geste über Ländergrenzen hinweg. Die Motivampel ist ein Geschenk der saarländischen Stadt St. Ingbert an Radebeul, überreicht zum 35. Jahrestag der Städtepartnerschaft. Die beiden Ampelscheiben zeigen den Cowboy in zwei Varianten, einmal stehend und einmal in Bewegung, und greifen damit ganz bewusst die Karl-May-Tradition der Stadt auf.

Eingeweiht wurden die neuen Symbolscheiben in prominenter Runde. Radebeuls Oberbürgermeister Bert Wendsche begrüßte dazu seinen St. Ingberter Amtskollegen Dr. Ulli Meyer, den Beigeordneten Albrecht Hauck sowie eine Delegation aus Bürgern und Feuerwehrleuten der Partnerstadt.

Für Dr. Ulli Meyer ist die Ampel weit mehr als eine technische Spielerei. „Unsere Städtepartnerschaft lebt von den Menschen, die sie mit Leben füllen. Mit der Cowboy-Ampel schenken wir Radebeul ein kleines, aber dauerhaft sichtbares Zeichen unserer Verbundenheit“, sagte er bei der Einweihung. Sie verbinde auf charmante Weise Radebeuls Karl-May-Tradition mit der Freundschaft zwischen beiden Städten.

Diese Freundschaft zählt zu den langlebigsten deutsch-deutschen Städtepartnerschaften überhaupt. Ihren Ursprung hat sie in wirtschaftlichen Kontakten: Die Firma Haaf aus St. Ingbert und das damalige VEB Druckmaschinenwerk Planeta in Radebeul, heute König Bauer AG, brachten die beiden Kommunen zusammen. Am 24. Juni 1988 wurde die offizielle Partnerschaftsvereinbarung unterzeichnet.

Gemeinsamkeiten gibt es reichlich. Beide Städte ähneln sich in ihrer Einwohnerzahl und haben eine lange Geschichte als traditionsreiche Industriestandorte. Dazu kommen ein vielfältiges Kultur- und Sportleben sowie eine aktive Kunstszene, die das Miteinander prägen.

In fast vier Jahrzehnten ist aus der Vereinbarung ein lebendiges Verhältnis gewachsen. Bürgerfahrten, gemeinsame Jubiläen und kultureller Austausch gehören ebenso dazu wie handfeste Hilfe in schweren Momenten. So standen die St. Ingberter nach den Hochwassern 2002 und 2013 an der Seite Radebeuls, während Radebeul nach dem Brand der St. Josefs Kirche seinerseits unterstützte.

Besonders eng sind bis heute die Bande zwischen den Freiwilligen Feuerwehren und den Rotary-Clubs beider Städte. Die Cowboy-Ampel reiht sich damit in eine lange Kette von Zeichen ein, die eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft sichtbar machen.

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