Symbolbild

Nach ersten Zwischenergebnissen der Corona-KiTa-Leitungsbefragung werden Schutz- und Hygienemaßnahmen zunehmend strenger in den Kitas umgesetzt. Hierauf lassen Daten aus einer Befragung der Kita-Leitungen im Zeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 schließen. So konnten viele Kitas beispielsweise die Reduzierung von Kontaktmöglichkeiten durch noch konsequentere Gruppentrennungen, definierte Laufwege oder vereinbarte Zugangsbeschränkungen für Eltern beim Bringen und Abholen stetig verbessern. Um das Risiko einer Tröpfchen- und Aerosolübertragung zu reduzieren, wurde weiterhin unter anderem regelmäßig gelüftet.

„Mehr als ein Drittel der Einrichtungen meldeten, dass sie nun Mund-Nasen-Bedeckungen auch in der pädagogischen Arbeit in der Gruppe tragen. Generell hat, so die Rückmeldungen der Kitas, das Personal über die vergangenen Wochen und Monaten hinweg zunehmend strengere Hygiene- und Schutzmaßnahmen eingeführt,“ sagt Dr. Susanne Kuger, DJI-Projektleiterin der Corona-KiTa-Studie. Abstand zu den Kindern kann das pädagogische Personal aber in vielen Fällen gar nicht (ca. 32%) beziehungsweise nur (sehr) schlecht (ca. 47%) einhalten. Regelmäßige Testungen auf das Coronavirus wurden in den befragten Einrichtungen bisher nur begrenzt durchgeführt. Dabei gaben zwischen November 2020 (5%) und Dezember 2020/Januar 2021 (11%) deutlichen mehr Einrichtungen an, dass regelmäßige Testungen bei ihnen „sehr gut“ umgesetzt würden.

Online-Kurzbefragung zur Kinderbetreuung in Deutschland

Für viele Familien ist die Kindertagesbetreuung die einzige Möglichkeit, Beruf und Familie zu vereinbaren. Die Kinder wiederum profitieren vom Kontakt mit anderen Kindern, den Freiräumen und der Förderung in Kitas und Tagespflege. Doch wie geht es Eltern und Kindern während der Coronapandemie? Die Elternbefragung „Kinderbetreuung in Deutschland“, eine Zusatzerhebung der DJI-Kinderbetreuungsstudie (KiBS), untersucht die Betreuungssituation und Belastungen der Familien. Das Stresslevel der Eltern liegt seit November 2020 im mittleren Bereich und ist im Befragungszeitraum (November 2020 bis Februar 2021) kontinuierlich leicht angestiegen. Dabei stehen insbesondere diejenigen Eltern vor großen Herausforderungen, die beruflichen Verpflichtungen nachkommen müssen. Sie fühlen sich unter Druck und versuchen, flexibel mit der Situation umzugehen. So arbeiten sie etwa frühmorgens, abends, nachts oder am Wochenende, um tagsüber für ihre Kinder da sein zu können. Im Gegenzug nahm das insgesamt hohe Wohlbefinden der Kinder im Befragungszeitraum leicht ab. Mädchen und Jungen, die nicht mehr in die Kinderbetreuung gehen konnten, kamen im Zeitraum von November bis Anfang Februar 2021 zunehmend etwas weniger gut mit der Situation zurecht als Kinder, die noch mehr oder weniger regelmäßig die Kindertagesbetreuung besuchen konnten sowie im Vergleich zu Kindern, die grundsätzlich keinen Betreuungsplatz nutzen.

Erfahrungen aus dem COALA-Modul: Selbstbeprobungen haben sich bewährt

Mit COALA analysiert die Corona-KiTa-Studie COVID-19-Ausbrüche in Kitas. Das Team des Robert Koch-Instituts (RKI) untersuchte bisher 15 Kitas mit akuten SARS-CoV-2-Ausbrüchen. Den Teilnehmenden ‒ Kita-Kinder, deren Familien und Mitarbeitende der Kitas ‒ wurden zu Hause Mund-Nasen-Abstriche (keine tiefen Rachenabstriche) sowie Speichelproben zum Nachweis einer bestehenden Infektion entnommen. Insgesamt 177 Haushalte mit 485 Personen aus sechs Bundesländern wurden hierfür bereits untersucht.

Nach Anleitung durch das Studienteam führen die Eltern weitere Testungen an sich selbst und an ihren Kindern durch. Diese Selbstbeprobungen erfolgen jeden dritten Tag über einen Zeitraum von insgesamt 12 Tagen. Sie sind einfach durchführbar und schmerzlos. Neben einer starken Beteiligung an der Studie ist auch der Proben-Rücklauf erfreulich hoch: Mindestens 90% der Studienteilnehmenden schicken ihre entnommenen Proben pünktlich ans RKI. Dies bestätigt die praktische Umsetzbarkeit der Selbsttestungen.

Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, Übertragungen einer SARS-CoV-2-Infektion im Kita-Umfeld frühzeitig zu erkennen und so das Infektionsgeschehen in Kitas besser einschätzen zu können. Erkenntnisse zur Ansteckungsfähigkeit und zum Symptomverlauf bei einer COVID 19-Erkrankung von Kita-Kindern, auch im Vergleich zu Erwachsenen, sollen Hinweise liefern, wie sich die Betreuung unter Pandemiebedingungen und die damit verbundenen Infektionsschutzmaßnahmen in Kitas weiterhin verbessern lassen.

Internationale Studien zur Viruslast und Dauer der Virusausscheidung von Kindern und Jugendlichen

Einen weiteren Schwerpunkt dieses Quartalsberichts bildet die Auswertung der aktuellen Forschungsliteratur: Kinder haben wahrscheinlich eine niedrigere Viruslast als Erwachsene und es gibt Hinweise, dass diese mit zunehmendem Alter der Kinder etwas zunimmt. Viruslast bezeichnet die Menge an Viren, die im Blut von infizierten Personen nachgewiesen und von diesen bereits selbst gebildet wurden. Die Viruslast bei Kindern ohne Symptome scheint niedriger zu sein als bei Kindern mit Symptomen. Diese Schlussfolgerungen basieren auf der Auswertung einer Vielzahl von Studien, die jedoch sehr heterogen sind.

Mit der Corona-KiTa-Studie erforschen das Deutsche Jugendinstitut (DJI) und das Robert Koch-Institut (RKI) aus sozialwissenschaftlicher und medizinisch-epidemiologischer Sicht, welche Folgen das Coronavirus für Kitas, Kinder, Betreuungspersonen und Eltern hat. Die Erhebung läuft bis Dezember 2021. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und das Bundesministerium für Gesundheit finanzieren die Studie. Durch die Teilnahme am KiTa-Register, das heißt an wöchentlichen Abfragen, tragen mehr als 10.000 Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen bundesweit dazu bei, die Situation der Kinderbetreuung unter Pandemiebedingungen zu dokumentieren.

Originalpublikation: https://corona-kita-studie.de/quartalsberichte-der-corona-kita-studie

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