Symbolbild

Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes. Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird. Trotz aller noch bestehender Unsicherheit resultiert aus den Daten aus Sicht der Unterzeichner die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. In der vergangenen Woche kam es zu Diskussionen, nachdem sich Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer, in der Sendung „Markus La nz“ missverständlich ausgedrückt hatte.

Die Präsidentinnen und Präsidenten der Landesärztekammern und Mitglieder des Vorstandes der Bundesärztekammer sowie die Präsidenten und Vorsitzenden der nachfolgenden Fachgesellschaften und Institutionen/Organisationen stellen ausdrücklich fest: Weder die Maßnahmen gegen die Pandemie noch die Pandemie selbst sollten bagatellisiert werden. Selbst wenn die statistische Gesamtsterblichkeitsrate vermutlich unter ein Prozent ist, sind die negativen Folgen durch die SARS-CoV2-Pandemie gravierend. Diese resultieren für die Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten und für unser Gesundheitswesen aus der großen Zahl der Erkrankten, dem Fehlen einer wirksamen Behandlung und der deswegen drohenden Überlastung unseres Gesundheitswesens. Auch durch nicht aufrecht zu erhaltende bzw. nicht in Anspruch genommene medizinische Leistungen kommen Patientinnen und Patienten zu Schaden. Höchstes Ziel muss daher die Vermeidung von Erkrankungs- und Todesfällen sein, egal in welchem Alter. Ein korrekt getragener Mund-Nasen-Schutz und das Einhalten der AHA-L-Regeln sind ein wichtiger Beitrag, den jede und jeder leisten kann. Für alle und auch im eigenen Interesse.

In einer gesonderten Erklärung äußert sich nochmals Dr. Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer: „In der Sendung „Markus Lanz“ hatte ich den wissenschaftlichen Evidenznachweis der Schutzwirkung von Mund-Nasen-Masken in Zweifel gezogen. Dies hat zu erheblichen Irritationen geführt, die ich sehr bedauere. Die aktuelle Evidenz aus vielfältigen Studien spricht für einen Nutzen des Mund-Nasen-Schutzes. Die Studien weisen darauf hin, dass sowohl die Übertragung auf andere als auch die Selbstansteckung durch Alltagsmasken reduziert wird. Aus diesen Daten resultiert die klare Empfehlung zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes.

Deshalb unterstütze ich ausdrücklich die gemeinsame Erklärung „Alltagsmasken – sinnvoll zum Eigenschutz und zum Schutz von anderen“ der Präsidentinnen und Präsidenten der Landesärztekammern und Mitgliedern des Vorstands der Bundesärztekammer sowie von Präsidenten und Vorsitzenden medizinischer Fachgesellschaften und Organisationen. Meine Absicht war zu keinem Zeitpunkt, die Gefahren der Pandemie zu bagatellisieren. Es ist mein großer Wunsch, dass wir die Corona-Pandemie in Deutschland weiterhin gut bewältigen und dass alle sinnvollen Maßnahmen ergriffen werden, die die Virusverbreitung verlangsamen und vermeidbare Infektionen verhindern. Alle Regeln, die dazu dienen, eine Überlastung unseres Gesundheitswesens abzuwenden, unterstütze ich vorbehaltlos.“

Die Unterzeichner der Erklärung:

Präsident der Bundesärztekammer, Dr. med. Klaus Reinhardt
Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Dr. med. Heidrun Gitter (zugleich Präsidentin der Ärztekammer Bremen)
Vizepräsidentin der Bundesärztekammer, Dr. med. Ellen Lundershausen (zugleich Präsidentin der Landesärztekammer Thüringen)
Bundesärztekammer Vorstand und Marburger Bund Bundesverband, Dr.med. Susanne Johna
Bundesärztekammer Vorstand, PD Dr. med. Peter Bobbert
Sächsische Landesärztekammer, Erik Bodendieck
Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern, Prof. Dr. med. Andreas Crusius
Ärztekammer Hamburg, Dr. med. Pedram Emami
Ärztekammer Westfalen-Lippe, Dr. med. Johannes Albert Gehle
Ärztekammer Sachsen-Anhalt, Dr. med. Simone Heinemann-Meerz
Ärztekammer Nordrhein, Rudolf Henke
Ärztekammer Schleswig-Holstein, Prof. Dr. med. Henrik Herrmann
Ärztekammer Berlin, Hon. Prof. (DPU) Dr. med. Günther Jonitz
Landesärztekammer Rheinland-Pfalz, Dr. med. Günther Matheis
Landesärztekammer Baden-Württemberg, Dr. med. Wolfgang Miller
Ärztekammer des Saarlandes, SR Dr. med. Josef Mischo
Landesärztekammer Hessen, Dr. med. Edgar Pinkowski
Bayerische Landesärztekammer, Dr. med. Gerald Quitterer
Landesärztekammer Brandenburg, Dipl.-Med. Frank-Ullrich Schulz
Ärztekammer Niedersachsen, Dr. med. Martina Wenker
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen und Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Prof. Dr. med. Rolf Kreienberg
Ständige Kommission „Leitlinien“ der AWMF, Prof. Dr. med. Claudia Spies
Cochrane Deutschland, Prof. Dr. Jörg Meerpohl
Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Univ. Prof. Dr. med. Rolf Rossaint
Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Prof. Dr. med. Uwe Janssens
Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Prof. Dr. med. Stefan John
Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie, Prof. Dr. med. Petra Gastmeier
Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Dr. med. Ute Teichert

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