Die drohende Förderlücke beim energieeffizienten Hausbau ist vorerst abgewendet. Die Bundesregierung hat entschieden, die Unterstützung für das KfW-Effizienzhaus 55 nicht nur fortzuführen, sondern zusätzlich mit frischen Mitteln auszustatten. Für den Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) ist das ein überfälliges Zeichen an eine Branche, die zuletzt mit erheblicher Unsicherheit zu kämpfen hatte.
„Die Fortsetzung der EH55-Förderung ist ein gutes und wichtiges Signal für die Branche und alle, die bauen wollen“, erklärte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa. „Damit ist die drohende Förderlücke erstmal vom Tisch. Die Politik hat zugehört. Dafür sind wir dankbar.“
Noch im Juni hatte die Lage deutlich anders ausgesehen. Damals war von einer einmaligen Bereitstellung der Mittel die Rede, eine Aufstockung galt als ausgeschlossen. Die Folge wäre absehbar gewesen: Der Fördertopf wäre in kurzer Zeit erschöpft gewesen, während viele Bauwillige bereits in den Startlöchern standen.
Pakleppa sieht in der Kehrtwende eine logische Entscheidung. „Dass die Bundesregierung jetzt nachlegt, ist richtig und konsequent“, sagte er. Entscheidend sei dabei, wer in Deutschland überhaupt baut. Rund zwei Drittel der Wohnungsbauaufträge stammten von Familien und kleinen Investoren. Diese Gruppe brauche vor allem eins: Verlässlichkeit.
Wie groß die Herausforderung der Planung inzwischen ist, verdeutlicht ein Blick auf die Dauer solcher Vorhaben. Von der Genehmigung bis zur Fertigstellung vergehen heute im Schnitt 27 Monate. Ändern sich in dieser Zeit mehrfach die Förderbedingungen, Standards oder Zinsen, verlieren viele den Mut und ziehen sich zurück. „Deswegen brauchen sie eine Förderung, die verlässlich und zinsstabil ist“, betonte Pakleppa. Nur so fassten private Bauherren den Mut, ihr Vorhaben tatsächlich umzusetzen.
Den Blick richtet der Verband bereits auf das kommende Jahr. Wichtig sei nun, dass zum 1. Januar 2027 keine neue Lücke entstehe. Der ZDB plädiert dafür, das Programm EH55 plus bis zum Start der sogenannten Zwei-Programme-Welt im Sommer 2027 weiterzuführen. Die neuen Förderangebote, so die Forderung, sollten dabei möglichst unbürokratisch ausgestaltet werden, damit die Planungssicherheit für Bauherren erhalten bleibt.



















