Wenn die Europaabgeordnete Jutta Paulus am 2. Oktober 2026 ins Saarland kommt, führt ihr Weg an einen Ort, der aus Sicht der Naturschützer viel zu lange im Schatten stand: das Königsbruch bei Homburg. Der Moorkomplex gilt als ökologisches Kleinod – und als ungenutzte Chance im Kampf gegen die Folgen der Klimakrise. Für die BUND Regionalgruppe Bliesgau ist der Besuch mehr als ein Termin im Kalender. Er ist die Gelegenheit, ein Thema endlich ins überregionale Rampenlicht zu rücken.
„Wir freuen uns sehr, dass Jutta Paulus das Königsbruch besucht und sich vor Ort mit der Moorschutz-Gemeinschaft austauscht“, sagt Katrin Lauer, Sprecherin der BUND Regionalgruppe Bliesgau. Es gehe darum, die Bedeutung dieses besonderen Moorgebietes über die Region hinaus sichtbar zu machen. Ihr Appell fällt deutlich aus: „Wir brauchen beim Moorschutz endlich mehr Tempo – und das Königsbruch bietet dafür ein großes Potenzial direkt vor unserer Haustür.“
Dass die Debatte nicht neu ist, macht sie für die Verbände umso frustrierender. Bereits am 28. November 2022 wandten sich die BUND Regionalgruppe Bliesgau und der NABU Homburg gemeinsam an Umweltministerin Petra Berg. Sie forderten, den Moorschutz im saarländischen Klimaschutzgesetz zu verankern, und benannten das Königsbruch ausdrücklich als geeigneten Ausgangspunkt für eine Wiedervernässung. Auch eine grenzüberschreitende Initiative mit Rheinland-Pfalz brachten sie ins Spiel.

Eine Antwort blieb bis heute aus. „Leider haben wir darauf bis heute – vier Jahre später! – keine Antwort von Umweltministerin Petra Berg erhalten“, kritisiert Lauer. Dabei sei das Thema aktueller denn je: Die Folgen von Hitze und Trockenheit würden immer sichtbarer, während die Funktion intakter Moore für Wasserhaushalt, Klima und Artenvielfalt längst bekannt sei.
Wie dringlich der Handlungsbedarf ist, führt der jüngste Moorbrand im Hohen Venn vor Augen. Jutta Paulus selbst hatte in einem aktuellen Beitrag auf die Gefahren trockengelegter und brennender Moore hingewiesen. Sie bezeichnet Moore als „Multitalente“ für Klima und Natur und fordert, die Wiedervernässung zu beschleunigen, bürokratische Hürden abzubauen und die Finanzierung von Moorschutzprojekten zu sichern.
Genau diese Verknüpfung von Klimaschutz, Wasserrückhalt und Artenschutz macht das Königsbruch so wertvoll. „Ein Moor ist weit mehr als eine Fläche, die unter Wasser gesetzt werden soll“, betont Lauer. Ein intaktes Moor halte Wasser in der Landschaft, speichere Kohlenstoff und biete hoch spezialisierten Arten einen Lebensraum. Gerade in Zeiten zunehmender Trockenheit müsse man diese natürlichen Funktionen stärken statt weiter schwächen.

Der BUND plädiert deshalb dafür, das Königsbruch als zusammenhängenden Moorkomplex zu betrachten – über Verwaltungs- und Landesgrenzen hinweg. Gelingen könne das nur, wenn Politik, Fachbehörden, Eigentümer und die Menschen vor Ort gemeinsam nach Lösungen suchten. Genau darum sei der direkte Austausch so wichtig: „Wir wissen, was hier auf dem Spiel steht – und wir wissen auch, welche Chancen in der Wiederherstellung dieses Moores liegen“, so Lauer.
Der Tag beginnt am 2. Oktober 2026 von 14 bis 16.30 Uhr mit einem Besuch beim BUND Saar im Haus Eckert in Lebach-Jabach, wo sich Paulus über Gewässer-, Natur- und Umweltschutzprojekte informiert. Ab 18 Uhr folgt eine Begehung des Königsbruchs, Treffpunkt ist das Wasserwerk „Im Bruch“ an der Kaiserslauterer Straße 169a in Homburg. Ab 19 Uhr laden Impulse und Gespräche ins Restaurant „TINYS“ am Campingplatz Königsbruch – ein Einstieg ist auch erst zu diesem Gesprächsabend möglich.




















