Foto: Staatskanzlei des Saarlandes/Kappler
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Es ist ein Händedruck mit Symbolkraft: Im Pariser Élysée-Palast haben Vertreter beider Länder ein Abkommen unterzeichnet, das den Deutsch-Französischen Bürgerfonds dauerhaft im Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) verankert. Der Rahmen für diesen Schritt war der Staatsbesuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Frankreich. Was zuvor beim deutsch-französischen Ministerrat in Brühl angekündigt worden war, ist damit nun verbindlich besiegelt.

Für den Bürgerfonds endet damit eine Phase des Ausprobierens. Ins Leben gerufen wurde er 2019 durch den Vertrag von Aachen, zunächst als Pilotprojekt. Mit der Eingliederung ins DFJW erhält er nun jenen stabilen institutionellen Unterbau, der ihm Planungssicherheit und Spielraum zur Weiterentwicklung verschafft.

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Die Bilanz der vergangenen Jahre kann sich sehen lassen. Mehr als 4.500 Projekte von Vereinen, Kommunen und lokalen Initiativen hat der Fonds seit seiner Gründung gefördert. Besonders das weltweit einzigartige Geflecht aus über 2.200 Städtepartnerschaften profitiert davon – und erreicht über die bekannten Kreise hinaus auch Menschen, die bislang wenig Berührung mit der deutsch-französischen Zusammenarbeit hatten.

Hinter der Fusion steht ein klares Kalkül: Jugend und Zivilgesellschaft sollen enger zusammenrücken. Der Generationenwechsel in den Partnerschaften und Vereinen will begleitet sein, gemeinsame Vorhaben sollen leichter entstehen. Das DFJW, das jüngst die Marke von zehn Millionen Teilnehmenden überschritten hat, dehnt sein Engagement damit auf alle Altersgruppen aus – vom Jugendaustausch hin zu einem Projekt für jede Generation.

Anke Rehlinger, saarländische Ministerpräsidentin und Bevollmächtigte der Bundesrepublik für die kulturellen Belange des Élysée-Vertrags, betonte die menschliche Dimension der Partnerschaft. „Die deutsch-französische Freundschaft lebt nicht von Verträgen allein, sondern von den Menschen, die sie jeden Tag mit Leben füllen“, sagte sie. Mit der dauerhaften Verankerung würden die Kräfte beider Institutionen gebündelt und die Generationen miteinander verbunden. Diese Freundschaft sei „ein historisches Geschenk, aber keine Selbstverständlichkeit“.

Auch Europastaatsminister Gunther Krichbaum verwies auf die historischen Wurzeln. Charles de Gaulle und Konrad Adenauer hätten schon 1963 gewusst, dass Aussöhnung nur gelingen könne, wenn junge Menschen auf beiden Seiten des Rheins sie tatsächlich lebten. Genau diese Botschaft müsse die junge Generation heute weitertragen.

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Auf französischer Seite sprach Außenminister Jean-Noël Barrot von einer „ausgezeichneten Neuigkeit“ und einem starken Signal des Vertrauens in die kommende Generation. Marina Ferrari, Ministerin für Sport, Jugend und Vereinsleben, ergänzte, junge Menschen in Deutschland und Frankreich teilten dieselben Sorgen und Herausforderungen – und müssten ihre Zukunft in Europa gemeinsam gestalten.

Benjamin Kurc, Leiter des Bürgerfonds, nannte diesen liebevoll das „schönste Kind des Aachener Vertrags“ und sprach von einem bedeutenden Schritt in dessen Entwicklung. Die DFJW-Generalsekretäre Tobias Bütow und Pascale Trimbach formulierten den Auftrag so: Solange mehr Menschen die Möglichkeit erhielten, sich zu engagieren, gewännen die Beziehungen zwischen beiden Gesellschaften immer wieder neue Kraft.

Seit 1963 hat das DFJW über zehn Millionen jungen Menschen zwischen drei und 30 Jahren die Teilnahme an mehr als 400.000 Projekten ermöglicht. Der Bürgerfonds wiederum berät, vernetzt und finanziert niedrigschwellig Vorhaben, die Europa in der Breite der Bevölkerung erlebbar machen.

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