Foto: MBK / Gesellchen

Zwei Jahrzehnte lang stand das Schulhaus in Bietzen leer. Nun ist wieder Leben eingekehrt: Zum Schuljahr 2026/27 hat die Grundschule Kreuzberg dort eine Dependance eröffnet. Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot nahm den neuen Standort gemeinsam mit dem Merziger Oberbürgermeister Marcus Hoffeld offiziell in Betrieb.

Hinter dem Schritt steht eine klare Rechnung. Die Schülerzahlen in der Kreisstadt Merzig wachsen, ebenso der Bedarf an Ganztagsplätzen. Statt improvisierter Lösungen setzt die Stadt auf einen dauerhaft nutzbaren Standort. „Aus einem geschlossenen Schulhaus wird wieder ein lebendiger Ort zum Lernen, Spielen und gemeinsamen Aufwachsen“, sagte Streichert-Clivot bei der Eröffnung. Die Dependance sei ausdrücklich keine Übergangslösung, sondern eine vorausschauende Antwort auf steigende Zahlen.

Anzeige

Die Grundschule Kreuzberg ist mit derzeit 306 Kindern in 15 Klassen die größte Grundschule der Kreisstadt. Ein kompletter Zug mit den Klassenstufen eins bis vier ist zum Schuljahresbeginn nach Bietzen umgezogen. Im dortigen Gebäude stehen neben regulären Klassenräumen auch Förder- und Differenzierungsräume bereit, dazu Betreuungs- und Funktionsräume, eine Ausgabeküche und ein Speiseraum.

Besonders deutlich zeigt sich der Wandel beim Ganztag. Schon im Schuljahr 2025/26 nutzten rund 60 Prozent der Kinder an der Kreuzbergschule das Angebot der Freiwilligen Ganztagsschule. Bis 2029/30 rechnet die Stadt bei einer angenommenen Quote von 78 Prozent mit einem Bedarf von etwa 260 Ganztagsplätzen. Für den Ausbau der entsprechenden Infrastruktur erhielt Merzig einen Bescheid über 400.000 Euro aus dem „Investitionsprogramm Bildung und Betreuung“; ein weiterer Förderantrag im „Investitionsprogramm Ganztagsausbau“ ist eingereicht.

Anzeige

Oberbürgermeister Hoffeld betonte, dass der neue Standort die Hauptschule spürbar entlaste und zugleich das bewährte pädagogische Konzept fortführe. Im Mittelpunkt stünden eine lebendige Schulgemeinschaft und die individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes. „Diese Grundsätze werden künftig auch am neuen Standort in Bietzen gelebt“, sagte er. Bis zu 80 Prozent der dort unterrichteten Kinder könnten am freiwilligen Ganztagsbetrieb teilnehmen. Sein Dank galt allen Beteiligten des Bauprojekts.

Die Eröffnung fällt in einen entscheidenden Moment: Mit dem Schuljahr 2026/27 greift der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder. Er gilt zunächst für die erste Klassenstufe und wird anschließend jährlich um eine weitere Stufe erweitert. Um diesen Anspruch flächendeckend zu erfüllen, baut das Saarland seine Ganztagsangebote gemeinsam mit den Kommunen aus – allein im Investitionsprogramm Ganztagsausbau stehen dafür rund 47 Millionen Euro zur Verfügung.

Streichert-Clivot machte deutlich, worum es der Landesregierung dabei geht: „Unser Ziel ist, dass Kinder überall im Saarland gute Lernbedingungen und die gleichen Bildungschancen haben – unabhängig davon, wo sie leben.“ In Bietzen bekommt dieses Ziel nun ein konkretes Gesicht.

💬 Was meinst du dazu?Dein Kommentar
Anzeige

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein