Verlässlichkeit statt ständig neuer Planspiele – das fordert Mobilitätsministerin Petra Berg vom Bund, nachdem die Deutsche Bahn eine Überprüfung ihrer Strategie bei den Hochleistungskorridoren angekündigt hat. Für das Saarland stehe damit weit mehr auf dem Spiel als abstrakte Zeitpläne, betont die Ministerin. Denn mit der Revision geraten Bauabläufe, Prioritäten und Fristen erneut ins Wanken.
Besonders im Blick hat Berg den Korridor Forbach–Saarbrücken–Kaiserslautern–Ludwigshafen. Diese Achse zeige exemplarisch, wie sehr eine funktionierende Schiene über den Alltag der Region entscheide. Regionalverkehr, Fernverkehr und Güterverkehr hängen an ihr, ebenso die wirtschaftliche Anbindung an die Großregion. Wackelt die Infrastruktur, wackelt vieles mit.
Dem stellt die Ministerin einen klaren Fahrplan entgegen. Seit dem Verkehrsentwicklungsplan arbeite das Land konsequent daran, mehr Mobilität bei weniger Individualverkehr zu ermöglichen. Das sogenannte Zielnetz Saarland stehe: getragen vom S-Bahn-Konzept, das zum Jahresende fertig sein soll, von geplanten Streckenreaktivierungen, barrierefreien Haltepunkten und verbesserten Verbindungen über die Landesgrenzen hinaus. „Das ist unser Versprechen an die Saarländerinnen und Saarländer“, so Berg.
Damit dieses Versprechen hält, brauche es Beständigkeit. Berg pocht auf klare Zeitpläne, eine dauerhaft gesicherte Finanzierung und abgestimmte Sperrkonzepte. Eine Sanierungsstrategie, die alle paar Jahre neu sortiert werde, während Länder, Kommunen, Fahrgäste und Wirtschaft ihre Planungen daran ausrichten, untergrabe das Vertrauen. „So geht Vertrauen verloren“, warnt sie deutlich.
Dass die Schiene saniert werden muss, stellt die Ministerin dabei nicht infrage. Das Netz müsse leistungsfähiger und pünktlicher werden, den Reformbedarf erkenne man ausdrücklich an. Doch jetzt sei der Bund am Zug: bei der Infrastruktur, bei der Finanzierung von Schieneninfrastruktur und Bahnreform, bei den Trassenpreisen und den Regionalisierungsmitteln. Verantwortung müsse klar zugeordnet werden.
Den Rückhalt in der Bevölkerung sieht Berg auf ihrer Seite. Die Menschen nähmen den öffentlichen Nahverkehr immer stärker an, die Zahl der Abonnements im Saarland habe sich verdoppelt. Genau deshalb halte das Land am Zielnetz fest. Nun liege es am Bund, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit aus wachsender Nachfrage auch ein wachsendes Angebot werde.



















