Beim Wärmepumpengipfel des BMWK und BMWSB kommen Unternehmen, das Handwerk, Wohnungswirtschaft, Energieversorger, Politik und Branchenverbände zusammen, um über den Ausbau der Wärmepumpen in Deutschland zu sprechen. Der BEE blickt zuversichtlich auf das Treffen.

„Der Wärmebereich ist mit einem Anteil von über 50 Prozent am Endenergieverbrauch bei gleichzeitig höchstem Einsatz von Gas der Sektor, der jetzt mit mehr Priorität betrachtet werden muss. Die seit Herbst letzten Jahres bestehende Kostenkrise, die durch fossiles Gas ausgelöst wurde und in eine Versorgungskrise zu münden droht, wenn die Erdgaslieferungen aus Russland ausbleiben, macht den Einsatz von Erneuerbaren Technologien dringlich“, so Dr. Simone Peter, Präsidentin des BEE. „Der Wärmepumpen-Roll-Out ist ein Kernbestandteil der Wärmewende. Dass sich die Bundesregierung mit der geplanten Offensive diesem Thema annimmt, ist sehr zu begrüßen.

Nicht nur beim Treffen, auch beim beabsichtigten Branchendialog gilt es zielorientiert Hemmnisse für den Ausbau von Wärmepumpen zu beseitigen. Wir brauchen vor allem eine gemeinsame Kraftanstrengung für den starken Zuwachs an geschulten Fachkräften, um schnell genug ausbauen zu können. Damit diese und weitere Herausforderungen angegangen werden können, ist es jetzt Aufgabe der Regierung, Planungs- und Investitionssicherheit für die Branche herzustellen.

In erster Linie muss dafür rasch die Ankündigung für das Gebäudeenergiegesetz umgesetzt werden, dass ab 2024 bei jeder neuen Heizung mindestens 65 Prozent erneuerbare Wärme eingesetzt werden soll. Außerdem sollte eine Abkehr von der Stromgutschriftmethode bei den Primärenergiefaktoren für Fernwärme erfolgen und eine gesetzliche Verankerung der Ausbauziele für Erneuerbare Wärme: Der Koalitionsvertrag weist ein Ziel von 50 Prozent Erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung im Jahr 2030 aus. Das Ziel sollte im Gebäudeenergiegesetz (GEG) gesetzlich festgeschrieben und um weitere Langfristziele für 2040 und 2045 ergänzt werden. BEE und Bundesverband Wärmepumpe (BWP) sehen dem Austausch mit Hoffnung auf klare Signale entgegen.“

Deutsche Umwelthilfe fordert konkrete Maßnahmen für Markthochlauf

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bewertet die Initiative angesichts des hohen Handlungsdrucks für die Gasreduktion grundsätzlich positiv. Allerdings droht der Gipfel zu einer reinen Placebo-Veranstaltung zu werden: Trotz gutem Willen mangele es an konkreten Änderungen des rechtlichen Rahmens, der den Einsatz die der Wärmepumpe derzeit immer noch ausbremst und die Wärmewende damit massiv gefährdet.

Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband fordert deshalb Wirtschaftsminister Habeck und Bauministerin Geywitz auf, das Ausbauziel von sechs Millionen Wärmepumpen bis 2030 schnell mit konkreten Maßnahmen umzusetzen. Eine Schlüsselrolle hat dabei die Ankündigung der Ampel-Parteien, dass alle neuen Heizungen ab 2024 einen Anteil von 65% Prozent Erneuerbaren vorweisen müssen. Ein Vorschlag zur Einhaltung dieser Vorgabe liegt im Wirtschaftsministerium vor, wird aber bereits seit Monaten zurückgehalten.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Warme Worte machen noch kein warmes Wohnzimmer. Die unverbindliche Absichtserklärung, mit der der Gipfel enden soll, setzt die Vernachlässigung der Wärmewende durch die Bundesregierung nahtlos fort. Damit die Wärmepumpe breitflächig eingesetzt wird, sind dringend konkrete Maßnahmen und gesetzliche Verbindlichkeit notwendig. Dass am Tag eines Wärmepumpen-Sondergipfels noch immer öffentliche Förderung für Gasheizungen beantragt werden kann, ist absurd. Das Einbauverbot für neue Gasheizungen ab 2024 muss jetzt im Gebäudeenergiegesetz festgeschrieben werden. Fakt ist: Ohne eine Neuausrichtung der Förderung auf Wärmepumpen und eine Klarstellung, welche Heizungen zukünftig noch zum Einsatz kommen dürfen, wird die Wärmewende nicht gelingen. Ich fordere Bundesminister Habeck und Bundesministerin Geywitz deshalb auf, die Impulse aus dem Gipfel zu nutzen und unverzüglich Gesetzesänderungen auf den Weg zu bringen, die der Wärmepumpe und damit der Wärmewende wirklich helfen.“

Im Neubau ist die Wärmepumpe inzwischen die am häufigsten installierte Heizungstechnologie mit einem Anteil von knapp 51 Prozent. Obwohl Neubauten die besten Voraussetzungen für den effizienten Betrieb von Wärmepumpen bieten, werden jedoch immer noch in etwa 34 Prozent der Fälle Gasheizungen eingebaut. Im Gebäudebestand dominiert die Gasheizung mit einem Anteil von etwa 48 Prozent. Jährlich werden 600.000 Gasheizungen in Bestand und Neubau eingebaut – damit bleibt die klimaschädliche Gasheizung die am meisten verbaute Heizungstechnologie.

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