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Die deutsche Bauindustrie dämpft ihre Erwartungen für das laufende Jahr deutlich. Statt der zu Jahresbeginn prognostizierten 2,5 Prozent rechnet der Branchenverband nur noch mit einem realen Umsatzplus von einem Prozent. Damit schließt sich die BAUINDUSTRIE der skeptischeren Sichtweise der Forschungsinstitute an – ein Signal, dass die Erholung länger auf sich warten lässt als erhofft.

Den Ausschlag für die Korrektur geben vor allem die schwachen Monate bis einschließlich Mai sowie die weiter steigenden Kosten. Besonders der Wohnungsbau bekommt das zu spüren. Hier erwartet der Verband nur noch ein mageres reales Plus von 0,5 Prozent, nachdem im Januar noch zwei Prozent im Raum standen.

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„Angesichts der bis einschließlich Mai stark gebremsten Baukonjunktur und den steigenden Baukosten ist unsere ursprüngliche Prognose nicht mehr zu halten“, erklärt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer der BAUINDUSTRIE. Dass die Branche nicht ins Minus rutsche, sei allein den Juni-Werten zu verdanken. Ob dahinter eine echte Trendwende oder nur ein einmaliges „Monats-Strohfeuer“ stecke, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

Genau diese Juni-Zahlen, die das Statistische Bundesamt jetzt veröffentlicht hat, liefern immerhin einen Hoffnungsschimmer. Für das Bauhauptgewerbe weist die Statistik im Juni ein reales und kalenderbereinigtes Auftragsplus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat aus – auch dank einiger Großprojekte. Zum Vormonat legten die Aufträge um sechs Prozent zu. Über das erste Halbjahr betrachtet steht damit erstmals ein reales Orderplus von 1,8 Prozent zu Buche.

Beim Umsatz ist von dieser Belebung allerdings noch wenig angekommen. Für die ersten sechs Monate steht hier weiterhin ein reales Minus von 0,7 Prozent, obwohl der Juni allein einen Zuwachs von 6,6 Prozent brachte. Auch die Stimmung in den Betrieben bleibt verhalten: In einer aktuellen Verbandsumfrage rechnen nur noch 30 Prozent der Firmen mit steigenden Umsätzen, ebenso viele erwarten einen Rückgang.

Noch düsterer fällt der Blick auf die Erträge aus. „Umsatz ist noch kein Ertrag“, betont Müller. Gestiegene Kosten ließen sich eben nicht eins zu eins an die Auftraggeber weitergeben. Lediglich 13 Prozent der Befragten erwarten hier eine Steigerung, während 43 Prozent mit sinkenden Erträgen rechnen. Fast alle Unternehmen berichten von höheren Preisen bei Diesel, Energie und Baumaterial – drei Viertel geben an, diese Mehrkosten nicht durchreichen zu können.

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Trotz aller Unsicherheit hält die Branche an ihren Beschäftigten fest. 57 Prozent der Betriebe wollen ihr Personal halten, 24 Prozent sogar aufstocken, nur 19 Prozent rechnen mit einem Abbau. Viele hoffen, dass einzelne Projekte lediglich verschoben und nicht endgültig gestrichen werden.

Aus diesem Grund bleibt der Verband bei seiner Beschäftigungsprognose von plus einem Prozent, was rund 10.000 zusätzlichen Stellen und insgesamt 933.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe entspricht. Müller nennt das einen „Kraftakt“ der mittelständischen bis großen Firmen, der unternehmerischen Mut und Weitblick zeige. Sein Fazit fällt trotz gedämpfter Zahlen zuversichtlich aus: „Auf den Bau kann man zählen, nach wie vor.“

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