Symbolbild

Im ersten Halbjahr 2021 haben sich die pandemiebedingten Einschränkungen und Unterstützungsmaßnahmen weiter auf das gewerbliche Existenzgründungs- und Liquidationsgeschehen ausgewirkt: So stieg die Anzahl der Gründungen – verglichen mit den ersten sechs Monaten in 2020 – nur um 4,3 %. Zugleich sank die Anzahl der Unternehmensschließungen um 5,3 %. Insgesamt lag der gewerbliche Existenzgründungssaldo – die Differenz aus Existenzgründungen und Unternehmensschließungen – mit 17.800 deutlich über dem Saldo des Vorjahreszeitraumes: Folglich ist der Unternehmensbestand in Deutschland im 1. Halbjahr 2021 gewachsen.

Trotz der Öffnung der Märkte im 1. Halbjahr 2021 und der schnellen Erholung der Nachfrage bleibt die Anzahl der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich weiterhin unter dem Vor-Pandemie-Niveau. Zwar erwarten die IfM-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass bis Jahresende 2021 die pandemieverursachten Sondereffekte im Gründungs- und Schließungsgeschehen nachlassen. Unabhängig davon dürfte aber weiterhin die Wiedereinführung der Meisterpflicht in verschiedenen Baugewerken das Gründungsgeschehen deutlich abschwächen.

Gewerbliche Unternehmensgründungen und -schließungen (1. Halbjahr 2017-2021)

Auch bevorzugten wiederum viele Erwerbstätige angesichts der Pandemieentwicklung einen Start im Nebenerwerb, also die Eigenständigkeit neben einer abhängigen Beschäftigung: Die Anzahl dieser Gründungen stieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 26 % auf 176.000. Zum Vergleich: Im 1. Halbjahr 2020 lag die Anzahl der Nebenerwerbsgründungen bei 140.000, im 1. Halbjahr 2019 bei 138.000. Damit überstieg die Anzahl der Nebenerwerbsgründungen in den ersten sechs Monaten 2021 die Anzahl der Existenzgründungen um mehr als 40 %. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum 2020 stieg in allen Bundesländern zwischen Januar und Juni 2021 die Anzahl der Existenzgründungen im gewerblichen Bereich – außer in Rheinland-Pfalz und Sachsen. Am stärksten erhöhte sich die Anzahl der gewerblichen Gründungen in den Bundesländern Hamburg, Bremen und Sachsen-Anhalt.

Das IfM Bonn erstellt die Statistiken zu den Existenzgründungen und Unternehmensaufgaben basierend auf den Gewerbean- und abmeldungen. Dabei unterscheidet es zwischen Existenzgründungen bzw. Unternehmensschließungen im Haupterwerb und den Nebenerwerbsgründungen bzw. -schließungen. Nicht gründungs- und schließungsrelevante Meldeanlässe (z. B. Rechtsformänderungen) werden aus den Daten herausgerechnet. Die KfW-Bankengruppe erstellt hingegen ihre Gründungsstatistik für den gewerblichen und freiberuflichen Bereich auf Basis einer repräsentativen, telefonischen Bevölkerungsbefragung.

Gewerbliche Existenzgründungen in den Bundesländern

Die aktuellen Zahlen zu den Gründungen und Unternehmensschließungen im gewerblichen Bereich sind auf der Homepage des IfM Bonn (www.ifm-bonn.org) zu finden.

 

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